Hochwasserschutz

  • Das neue Bett der Kanker bietet Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser. Die betonierten Seitenwände sind mit Hilfe von NOEplast Strukturmatrizen einem Naturstein-Mauerwerk nachempfunden.

  • Das neue Gerinne der Kanker kurz vor seiner Fertigstellung. Mit etwas „Patina“ wird nur noch der Fachmann erkennen können, dass es sich bei den Seitenwänden um Betonwände handelt.

  • Nur die meistens sichtbaren Wandteile erhielten mit NOEplast Strukturmatrizen eine Naturstein-Optik. Die glatten Seitenflächen am Fuß werden durch das eingebrachte Bett an Wasserbausteinen und durch eine Filterschicht verdeckt.

  • Die Strukturmatrizen wurden von NOE auf eine Sparschalung aufgebracht, die dann auf eine NOEtop Rahmenschalung montiert wurde.

  • Schön zu sehen, die am Kran hängende NOEtop Rahmenschalung mit aufmontierten NOEplast Strukturmatrizen. (Foto: Wasserwirtschaftsamt Weilheim i. Ob.)

  • Ansichten der neuen Uferwände der Kanker. (Foto: SKI GmbH + Co. KG, München)

Ästhetischer Hochwasserschutz

Flussbett mit Hilfe von NOEtop und NOEplast Strukturmatrizen neu gestaltet

Um die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen vor Flutkatastrophen zu schützen, setzte das Wasserwirtschaftsamt Weilheim ein Hochwasserschutzprojekt um. Ein wichtiger Bestandteil dieses Projektes ist die Neugestaltung des Flussbetts der Kanker. Die Seitenwände wurden in Sichtbeton gestaltet, die dank NOEplast Strukturmatrizen streckenweise den Eindruck einer gemauerten Natursteinwand erwecken.

In den Jahren 1999, 2002 und 2005 kämpfte Garmisch-Partenkirchen mit Flutkatastrophen, die unter anderem dazu führten, dass die Gemeinde von der Außenwelt abgeschnitten war und Anwohner mit Hubschraubern aus ihren Häusern gerettet werden mussten. Dank eines 25 Mio. Euro teuren Hochwasserschutzprojekts, das im Sommer 2012 fertiggestellt wurde, können die Bewohner aufatmen. Die „Kanker“, ist im Ortsbereich von Partenkirchen auf einer Länge von ca. 800 m vollständig neu gestaltet worden. Dabei wird das enge Flussbett abschnittsweise zurückgebaut und durch ein Gerinne mit einer Breite von ca. 5,3 m und einer Tiefe von 4 m ersetzt. Damit das neue Flussbett auch optisch zum schönen Gesamteindruck von Garmisch-Partenkirchen passt, entschieden sich die Planer dafür, einen Großteil der Sichtbetonwände mithilfe von Strukturmatrizen von NOE-Schaltechnik, Süssen zu strukturieren. Dabei handelt es sich um Platten aus Polyurethan, die vor dem Einfüllen des Betons auf der Schalung fixiert werden. Die Matrizen sind mit einem Relief versehen, das sich wie ein Stempel auf die Oberfläche des fertigen Betons überträgt.

Der Hersteller NOE-Schaltechnik bietet die Matrizen unter dem Namen NOEplast an und verfügt über ein großes Spektrum unterschiedlicher Strukturmotive. Zudem bietet das Unternehmen die Möglichkeit, individuelle Motivwünsche zu realisieren.

In Garmisch-Partenkirchen entschieden sich die Verantwortlichen für die NOEplast Strukturmatrize „Murus Romanus“. Sie vermittelt dem Betrachter den Eindruck einer kunstvoll geschichteten Natursteinwand.

Bauliche Gegebenheiten

Obwohl das neue Flussbett ansprechend aussieht, ahnen die wenigsten Betrachter, welch komplexe Aufgabe seine Errichtung tatsächlich darstellte. Bei 40 Bauteilen glich kein einziges Bauteil dem anderen und der Schalungsbau musste an jeder Stelle individuell gelöst werden. Ein Grund hierfür ist, dass die Betonwände des Flussbetts in zwei Ebenen geknickt sind: einmal um dem Verlauf des Flusses zu folgen, der sich durch die Ortschaft schlängelt und ein weiteres Mal, um den U-för­migen Rinnenquerschnitt nachzubilden. Erschwerend kamen der natürliche Höhenverlauf des Geländes und die Neigung des Flussbetts hinzu: Die Wände der Flussrinne wurden größtenteils mit Hilfe von Strukturmatrizen strukturiert, wobei eine 40 cm hohe Mauerkrone den oberen Abschluss bildet. Dieser nimmt den Verlauf des Geländes auf, während sich die übrige Wand in ihrer Höhe dem Neigungswinkel des Flusses anpasst. Infolgedessen wies die Seitenwand an jeder Stelle eine andere Höhe auf. Um einen angenehmen Gesamteindruck zu erzielen, sorgten die Mitarbeiter des ausführenden Unternehmens, der Teerag-Asdag Aktiengesellschaft, Gebietsbauleitung Roppen, Österreich zunächst dafür, dass die NOEplast Strukturmatrize bündig mit der unteren Kante des Sockels abschloss. Dabei mussten sie stets sorgfältig darauf achten, dass die einzelnen Mauerreihen gleichmäßig fortgeführt wurden. Dennoch schafften sie es, die Schalungsmatrizen bis zu 60-mal wiederzuverwenden. Infolge der unterschiedlichen Wandhöhe kam es hin und wieder vor, dass die Matrize unten einige wenige Zentimeter zu kurz und der Beton an dieser Stelle glatt war. Dies fällt jedoch nicht weiter auf, da große Natursteinblöcke ins Flussbett gelegt werden, die diesen Wandabschnitt ohnehin verdecken.

Mehrfacher Einsatz mit Full Service

So arbeiteten die Mitarbeiter der Firma Teerag-Asdag äußerst effektiv und nutzten die Vorteile der NOEplast Strukturmatrizen gut aus. Diese lassen sich bis zu 100-mal wiederverwenden, was sie mit jedem Einsatz noch ökonomischer macht. Um eine gute Wiedergabe des Reliefs zu erzielen, ist es vor allem bei Matrizen mit einer großen Strukturtiefe, wie der Murus Romanus, wichtig, dass das Trennmittel der Firma NOE-Schaltechnik verwendet wird. Ursprünglich planten die Bauleute, die Matrizen nach jedem Einsatz mit Wasser zu reinigen. Doch unterließen sie dies auf Anraten des NOE-Außendienstmitarbeiters und gingen stattdessen dazu über, das Trennmittel jedes Mal gleichmäßig aufzubringen. Dadurch bildete sich ein dünner Film auf der Matrize, durch den sie sich nach jedem Betoniervorgang besser von der Wand löste. Michael Gritsch, der Polier der Baustelle sagt zu den NOE-Produkten und zum Kundendienst des Unternehmens: „Wir sind mit der Schalung und den Matrizen sehr zufrieden und vor allem sind wir froh, dass wir uns für das Full-Service-Angebot entschieden haben.“

Er spricht damit eine Dienstleistung an, die NOE-Schal­technik als einziger Hersteller von Betonschalungen und Strukturmatrizen anbietet: Auf Wunsch bereitet NOE die Strukturmatrizen einsatzfertig vor. D. h., die Strukturmatrizen werden auf eine Sparschalung aufgebracht, die dann auf eine Rahmenschalung montiert werden. In diesem Fall auf die NOEtop Wandschalung. Bei der Anlieferung auf die Baustelle können die so vorbereiteten Strukturmatrizen sofort eingesetzt werden, ohne dass weitere vorbereitende Arbeiten notwendig sind. Dies ist vor allem bei Ortbetonbaustellen sehr empfehlenswert, da es die Gegebenheiten vor Ort meist sehr schwer machen, Strukturmatrizen entsprechend für den Einsatz vorzubereiten. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad nicht nur mit der Matrizengröße, sondern auch mit Strukturtiefe und Gewicht. Auf der Baustelle in Garmisch-Parten­kirchen arbeiteten die Bauleute zum Teil mit 12,00x3,74 m großen Strukturmatrizen.

Bautafel:

  • Bauherr:
    Wasserwirtschaftsamt Weilheim
    Weilheim i. Ob.
  • Projektierung und Planung:
    SKI GmbH + Co. KG
    Beratende Ingenieure für das Bauwesen, Wasserwirtschaft, Wasserbau, Grundbau
    München
  • Ausführendes Bauunternehmen:
    Teerag-Asdag Aktiengesellschaft
    Roppen, Österreich