Klimahaus Bremerhaven

  • Stützen spielen in diesem durchsichtigen Baukörper eine herausragende Rolle, rechteckig genau so wie rund. Schräge, in einem Winkel von 35 Grad aufgehende Rundstützen mit einem Durchmesser von 70 cm dominieren die Außenbereiche.

  • Stützen spielen in diesem durchsichtigen Baukörper eine herausragende Rolle, rechteckig genau so wie rund. Schräge, in einem Winkel von 35 Grad aufgehende Rundstützen mit einem Durchmesser von 70 cm dominieren die Außenbereiche.

  • Das Klimahaus 8° Ost lädt seine Besucher nach seiner Fertigstellung zu einer Reise rund um die Welt entlang des 8. Längengrades durch acht Länder und ihre unterschiedlichen Klimate ein. (Foto: Klimahaus Bremerhaven)

  • Kilometerweise Unterzüge: Mit den geringen Tafelgewichten von 20 kg/m² ist die NOEalu L absolut kranunabhängig und die Seitenwände der Unterzugschalung sind von Hand blitzschnell eingeschalt und auch wieder umgesetzt.

  • Weil eine Baustelle solchen Kalibers auch einer Wandschalung bedarf, mit der die Kosten ohne Abhängigkeit vom Grundriss im Rahmen gehalten werden können, hat sich die Bauleitung für rd. 2.800 m² NOEtop entschieden.

  • Stützen spielen in diesem durchsichtigen Baukörper eine herausragende Rolle, rechteckig genau so wie rund. Schräge, in einem Winkel von 35 Grad aufgehende Rundstützen mit einem Durchmesser von 70 cm dominieren die Außenbereiche.

Die Klima-Schalung

Klimahaus 8° Ost, Bremerhaven

Auf 8° 34’ östlicher Länge, mitten im maritimen Zentrum Bremerhavens, entsteht eine einzigartige Erlebniswelt: Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Schon die anspruchsvolle Form des organischen Baukörpers ist eine technische Herausforderung und die sanft geschwungene Glasfassade lässt einmal durchblicken, wie exzellent auf einer Länge von 125 m und einer Breite von 82 m die Schalung von der D & B Bau GmbH für die aufwändige Inszenierung der Themenwelten eingesetzt wurde.

Im Mittelpunkt der Neuentwicklung des historischen Hafengebiets von Bremerhaven steht das Klimahaus, in dem jährlich rund 600.000 Besucher auf mehr als 11.000 m² Ausstellungs- und Erlebnisfläche in den ganzen Facettenreichtum des Themas „Klima“ eintauchen sollen. In den Themenbereichen „Reise“, „Elemente“ und „Perspektiven“ kann sich der Besucher nicht nur hautnah mit Naturphänomenen und fremden Lebensräumen auseinandersetzen, sondern auch Wetter- und Klimaprognosen selber erstellen und in die Zukunft unseres Planeten blicken. Auf einer Reise entlang des 8. Längengrades, auf dem auch Bremerhaven liegt, sollen die verschiedenen Klimazonen von arktisch bis subtropisch realistisch nachempfunden werden.
Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost, eine der größten Baustellen im Norden der Republik, wird in Sachen Klimaschutz nicht nur im späteren Betrieb wegweisend sein, sondern bereits in der Bauphase. Für die Bremerhavener STÄWOG als Vertreterin der Bauherrin BEAN und die späteren Betreiber Petri & Tiemann gilt es sicher zu stellen, dass das über 11.000 Quadratmeter Ausstellungs- und Erlebnisfläche bietende Gebäude streng nach ökologischen und Klima schonenden Anforderungen errichtet werden wird. Das in Bremen ansässige „Büro für integrierten Umweltschutz“ (BIU) unterstützt bei der Auswahl der Baustoffe, überwacht Materialverbote wirft auch ein Auge auf die Betriebsmittel. So sollen keine seltenen Tropenhölzer verbaut werden, Recyclingstoffe zum Einsatz kommen und im Wesentlichen umweltzertifizierte Materialien verbaut werden. Arne Dunker, Geschäftsführender Gesellschafter der Klimahaus Betriebsgesellschaft: „Das Klimahaus muss seinem thematischen Schwerpunkt natürlich auch beim Bau gerecht werden.“ Der Einsatz der Baustoffe wird detailliert protokolliert, so dass später das Gebäudezertifikat „Klimaverträgliche und schadstoffarme Stoffe“ vergeben werden kann. Auch im späteren Betrieb wird das Gebäude in punkto Energietechnik neue Maßstäbe setzen. Das im Vorfeld erstellte Energiekonzept kombiniert Erdwärme (Geothermie), Photovoltaik (Solarzellen) und Fernwärme so, dass gegenüber herkömmlichen Gebäuden 75 Prozent an Energie gespart werden wird. In Europa gibt es bislang nur eine kleine Anzahl energetisch und bauökologisch optimierter Bauten

Kilometerweise Unterzüge

Wie schalt man für dieses anspruchsvolle Bauwerk rund eineinhalb Kilometer Unterzüge mit verschiedenen Querschnitten, ohne ständig den Kran anfordern zu müssen? Mit einer hundertprozentigen Handschalung! Und hier bot sich natürlich die NOEalu L an. Mit den geringen Tafelgewichten von 20 kg/m² ist die Schalung absolut kranunabhängig und die Seitenwände der Unterzugschalung sind von Hand blitzschnell eingeschalt und auch wieder umgesetzt. Der zulässige Betondruck von bis zu 60 kN/m² bringt höchste Einsatzzahlen und mit dem 15 mm starken NOEform Schalbelag die entsprechend optimalen Betonierergebnisse, ohne dass aufwändige Nacharbeiten notwendig wären. So haben die Schalungszimmerer der D & B Baugruppe rund eineinhalb Kilometer Unterzüge geschalt: Mit 1.350 m² Wandschalung NOEalu L und ca. 860 m² H 20 Unterzug-Bodenschalung.
Auch Stützen spielen in diesem durchsichtigen Baukörper eine herausragende Rolle, rechteckig genau so wie rund. Schräge, in einem Winkel von 35 Grad aufgehende Rundstützen mit einem Durchmesser von 70 cm und einer Länge von 14,70 dominieren die Außenbereiche. Mit einem speziellen „Anfänger“ wurden diese Stützenschalungen ausgeliefert, der dann bauseits an die vorgeschriebenen Winkel angepasst wurde. Abgestützt wurde die Schalung mit NOE BKS-Stützen, die mit Schwerlastdübel auf der Decke gesichert waren. Am Stück hat man die Schrägstützen betoniert, wobei die Deckel der Stahlschalungen von unten nach oben abschnittsweise und der Steiggeschwindigkeit des eingebauten Betons entsprechend geschlossen wurden. Mit 110 m² stählerner Rundstützenschalung wurde diese Position erledigt. Zusätzlich wurde mit 78 m² Rechteckstützenschalung NOE Vario 2000 gearbeitet, Höhen zwischen 3,50 m und rd. 7,0 m waren die Regel.
Für die verspringenden Deckenflächen pusselten die NOE Schaltechniker unter Berücksichtigung von Lufträumen und Deckensprüngen die Stapeltürme so in die anspruchsvolle Geometrie hinein, dass die Bauleitung der D & B Bau GmbH weitgehend mit der Systemschalung NOE H 20-Deckenschalung, plus NOE ST 200 und ADS Stützen auskam. Es war eine flexible Deckenschalung mit einem genau so flexiblen Unterstützungssystem gefragt. Und weil eine Baustelle solchen Kalibers auch einer Wandschalung bedarf, mit der die Kosten ohne Abhängigkeit vom Grundriss im Rahmen gehalten werden können, hat sich die Bauleitung für die NOEtop entschieden. Mit rd. 2.800 m² Rahmenschalung, aufgeteilt auf 1.200 m² Schalung für Innenwände, die restlichen 1.600 m² für die Treppenhäuser bzw. Aufzugschächte, wurden die Wände zum Teil bis auf Höhen von rd. 7,0 Meter geschalt.

Logistik ist das A & O

Man war ursprünglich bestrebt, nicht zuviel Schalung auf der Baustelle zu haben, die Vorhaltung war entsprechend ausgetüftelt und optimal abgestimmt, die vorhandene Schalung ständig im Einsatz; Material kostet eben, ob eingesetzt oder nicht. Die fünf unterschiedlichen Geschosse des Gebäudes mit teilweise sehr komplizierten Grundrissen, von rund über oval bis eckig, erfordern eine maximale Anpassung des Schalungssystems an die spezifischen Bedürfnisse der Baustelle. Sämtliche Decken sind in- und übereinander verschachtelt und zum großen Teil mit runden bzw. fließenden Deckenrändern versehen. Dabei waren diese Decken bis in Höhen von rund 14 m einzuschalen und die Lasten über Stapeltürme NOE ST 200 und ADS Aludeckenstützen abzutragen. Eine überaus komplizierte Statik machte es jedoch notwendig, zum einen längere Unterstützungszeiträume einzuplanen und zum anderen ganze Baugruppen bis zum Ende der Bauzeit mit einer Notunterstützung zu versehen. Um trotzdem den Terminplan einhalten zu können, führten entsprechende Umplanungen in letzter Konsequenz auch zu einer größeren Vorhaltemenge. Mit ca. 4.400 m² H 20-Decken­schalung von NOE und ca. 2.800 m² NOEtop Wandschalung, um nur die wichtigsten Posten für Wand und Decke zu nennen, kam man dann gut über die Runden. Der letztlich reibungslose Ablauf geht nicht zuletzt auf die Planungsarbeit der NOE Niederlassung Düsseldorf zurück, die für die Schalungsplanung zuständig war. Auch die kurzfristigen Anlieferungen der notwendigen Schalung war Bauleiter Dipl.-Ing. H. Gotthart und Polier Manfred Knoblauch von D & B ein dickes Lob wert: „Bei einer Baustelle dieser Größenordnung und relativ wenig Lagerfläche muss man sich auf leistungsfähige Partner verlassen können. Wenn die Schalung gebraucht wird, muss sie da sein. Das hat beim Klimahaus prima geklappt“.

Bautafel

  • Projektidee:
    Petri & Tiemann GmbH
  • Betreiber:
    Klimahaus Betriebsgesellschaft mbH
  • Projektträger:
    BEAN Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen mbH & Co. KG
  • Architekt (Entwurf):
    Klumpp Architekten
  • Gesamtprojektsteuerung:
    STÄWOG Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven mbH
  • Ausführendes Bauunternehmen:
    D & B Baugruppe, Hoch- und Industriebau,
    NL Rhein-Ruhr, 45470 Mühlheim