BoA 2&3 Neurath

  • In rund vierjähriger Bauzeit entsteht mit dem Projekt Neurath BoA der RWE Power AG das weltweit größte Braun­kohlekraftwerk. Mit rund 10.000 m² Schalung stellt dabei die NOE-Schaltechnik einen gewichtigen Teil an Schaltechnik und Schalmaterial.

  • Mit rund 10.000 m² Schalung für Maschinenhäuser, Zwischenbauten und die Vollentsalzungsanlage stellt NOE-Schaltechnik neben technischer Bearbeitung und Ablaufplanung auch den Großteil an Material für die Baustelle im rheinischen Braunkohlerevier.

  • Weil im Zwischenbau Unterzüge und Decken aus statischen Gründen zusammen betoniert wurden, hat sich die Strabag für eine hundertprozentige Handschalung entschieden, für 3.780 m² Wandschalung NOEalu L.

  • Die schwere Rahmenschalung NOEtop kam auch im Zwischenbau zum Einsatz. Wände mit 12 m Höhe, zum Teil mit Sonderschalung, sowie Stützen mit Querschnitten von 2,0 x 2,40 m, mit der NOEtop am Stück betoniert.

  • Die Seitenschalungen der Unterzüge im Maschinenhaus und in der Vollentsalzungsanlage wurden mit rd. 1.200 m² schwerer Wandschalung NOEtop erledigt.

  • Erst aus der Luft werden die Dimensionen der größten Baustelle Europas sichtbar.

Mit ausgetüftelter Logistik gegen den Termindruck

Weltgrößtes Braunkohlekraftwerk Neurath BoA 2 & 3

In rund vierjähriger Bauzeit entsteht mit dem Projekt Neurath BoA der RWE Power AG das weltweit größte Braunkohlekraftwerk. Die Bauausführung unterliegt der Strabag AG, Köln, die damit in Deutschland zum Marktführer im Kraftwerksbau avanciert. Mit den Hauptbau- und Ausbauarbeiten ist die Tochter Strabag-Industriebau, Duisburg, betraut.

Mit der imposanten Kulisse eines über 170 Meter hohen Doppelblockes wird das neue Kraftwerk der RWE im rheinischen Braun­kohlerevier Zeichen setzen. Dafür investiert RWE Power rd. 2,5 Milliarden Euro in den Bau zweier Kraftwerksblöcke mit einer Bruttoleistung von je 1.100 Megawatt in optimierter Anlagentechnik (BoA 2 & 3), der zurzeit modernsten und umweltschonendsten Technik. Gegenüber der herkömmlichen Anlagentechnik wird das Kraftwerk Neurath ca. 30 Prozent (das entspricht 6 Mio. Tonnen/Jahr) weniger CO2-Emissionen erzeugen und einen Wirkungsgrad von mehr als 43 Prozent erzielen. Und bei der Realisierung dieses Projektes stellt die NOE-Schaltechnik, Süssen auf Europas größter Baustelle einen gewichtigen Teil an Schaltechnik und Schalmaterial.

Stark, schnell und flexibel

In den Bauteilen Maschinenhaus, Zwischenbau und Vollentsalzungsanlage dominieren gewaltige Unterzüge die Szene. In der Addition ergeben sich z. B. kilometerlange Neben-Unterzüge mit Querschnitten von 2,00 x 1,60 m, die Hauptunterzüge konnten aber in Teilbereichen schon auf die Dimensionen von bis zu 3,5 m Höhe und 2,0 m Breite anwachsen. Weil zum einen die Kranzeiten auf dieser Mammutbaustelle arg knapp bemessen sind und zum anderen, weil im Zwischenbau Unterzüge und Decken aus statischen Gründen zusammen betoniert wurden und das Ausschalen mit dem Kran unmöglich machten, hat sich die Strabag auch hier für eine hundertprozentige Handschalung entschieden, für 3.780 m² Wandschalung NOEalu L. Mit den geringen Tafelgewichten von 20 kg/m² ist die Schalung absolut kranunabhängig und die Seitenwände der Unterzugschalung sind von Hand blitzschnell eingeschalt und auch wieder umgesetzt. Der zulässige Betondruck von bis zu 60 kN/m² bringt höchste Einsatzzahlen und mit dem15 mm starken NOEform-Schalbelag die entsprechend optimalen Betonierergebnisse, ohne dass aufwändige Nacharbeiten notwendig wären. Die Seitenschalungen der Unterzüge im Maschinenhaus und in der Vollentsalzungsanlage wurden mit rd. 1.200 m² schwerer Wandschalung NOEtop erledigt. Unterstützend respektive als Bodenschalung kamen in allen Bauteilen rund 1.680 m² Deckentische mit Turmunterbauten zum Einsatz, weil die UK der Unterzüge nur ganz selten unter 5,0 Meter, aber nicht selten über 10 Meter lagen. Wo Deckenaussparungen eine direkte Abstützung nicht zuließen, musste die Abstützung z. T. über zwei Geschosse gehen, also über gut 15 Meter! Andererseits gibt es in Einzelfällen aber auch Durchsteifungen mit Höhen bis 27 Meter!
Die schwere Rahmenschalung NOEtop kam auch im Zwischenbau zum Einsatz. Wände mit 12 m Höhe (von + 37,125 m bis + 49,5 m), zum Teil mit Sonderschalung, sowie mächtige Stützen mit Querschnitten von 2,0 x 2,40 m in Höhen von 5 bis 15 m wurden mit der NOEtop am Stück betoniert. Dabei konnten ca. 20 im Schalungsbetrieb in Süssen vorgefertigte Krankonsolen für die Kranbahnstützen (1,70 m hoch, 2m breit und 1,10 m auskragend) gleich mit in die Schalung eingebaut. Im Vergleich gelten die Stützen im Maschinenhaus mit Querschnitten von 2,50 x 1,20 m in der Außenwand schon fast als popelige Dinger. Insgesamt wurden rd. 6.000 m² schwere Rahmenschalung NOEtop eingesetzt. Mit der NOEtop hat sich die Strabag für mehr als nur eine Rahmenschalung entschieden. Mit der integrierten Gurtung, dem durchgehenden Raster in Höhe und Breite sowie einem in jeder Tafelkombination geordneten Fugen- bzw. Spannbild verbindet sie die Vorteile einer Rahmenschalung mit denen einer Trägerschalung, das ist gerade im Kraftwerksbau ein Vorteil. Statt einer extra Stahlgurtung mit zusätzlichen Anbauteilen, wie sie bei der Trägerschalung notwendig wäre, lässt sich die Rahmenschalung NOEtop mit der integrierten Gurtung genauso einsetzen – mit nur 0,57 Spannstellen pro Quadratmeter jedoch mit dem besseren wirtschaftlichen Ergebnis.

Anspruchsvolle Logistik

Hohe Anforderungen werden an die Terminplanung und Logistik des Projekts gestellt. Dies betrifft insbesondere die termingerechte Anlieferung der Rohstoffe für die beiden Misch­anlagen auf der Baustelle, die rund 335.000 m³ Beton produzieren werden, sowie das Handling der 55.000 Tonnen Betonstahl und der ca. 1,2 Mio. Kubikmeter Erdmassen, die schon bewegt wurden (das entspricht rd. 90.000 LKW-Ladungen). Auch die technische und terminliche Koordination der parallel laufenden übrigen Hauptgewerke und der zahlreichen Subunternehmer, vor allem auch hinsichtlich der Erfordernisse für die Arbeitssicherheit, spielt eine wichtige Rolle für den reibungslosen Baustellenablauf. Für sämtliche sicherheitsrelevanten Arbeiten, insbesondere bei Arbeiten mit Absturzgefahr, sind vor Ausführung Gefährdungsanalysen und daraus resultierende Arbeitsanweisungen zu erstellen und umzusetzen. Nicht zuletzt aus diesen Gründen wurde im Zwischenbau in sämtlichen Geschossen auch ein Schnürboden eingesetzt, auf dem z. B. die Ein- und Ausschalarbeiten, u. a. der vormontierten Voutenkästen, problemlos und für das Personal vor allem gefahrlos über die Arbeits-Bühne gehen konnte!
Allerdings waren die Lagerflächen auf der Baustelle alles andere als großzügig. Eine vollständige Vorhaltung der benötigten Schalmengen war wegen Platzmangels gar nicht möglich – die Logistik der Strabag AG sowie Flexibilität und Feingefühl beim Takten durch die NOE-Schalungstechniker der Niederlassung Düsseldorf waren permanent gefordert.