
Die Innenschalung muss die gesamte Blocklänge mit 10 m überspannen, ohne
Abstützung in die Bodenplatte, um jede Wasserdurchlässigkeit zu vermeiden und
das Betonieren von Wand und Sohle in einem Guss zu ermöglichen.
Trogbauwerke für den Tunnel Aubing
A99
Speziell im Ingenieurbau erfordern immer kürzere Bauzeiten und knappe
Preiskalkulationen eine exakt auf die Baumaßnahme abgestimmten Schalung. So war
es auf einer Tunnelbaustelle der „A99 Autobahnring München“ mit einer
freitragenden Rahmenschalung von NOE möglich, Wände und Sohle der Tunnelrampen
in einem Guss zu betonieren.
Die Umfahrung der bayerischen Landeshauptstadt München ist eine „never ending
story“, der geschlossene Ring um die ganze Stadt bleibt Zukunftsmusik. Als
vorläufig letzte Baumaßnahme steht jedoch der Lückenschluss zwischen der A96 aus
Richtung Lindau und der A99, der Nord-Ost-Umfahrung Münchens, kurz vor dem
Abschluss.
„Für den Weiterbau der BAB A99 ist von der Anschlussstelle
Lochhausen bis zur BAB A96 im Streckenteil Unterpfaffenhofen – Aubing aus
Lärmschutzgründen die Einhausung der Trasse im Bereich des Ortsteils Aubing
erforderlich“, so heißt es in der Baubeschreibung. Für den Bau dieses mit 2.425
m längsten Autobahntunnel Bayerns ist die Arge Tunnel Aubing A99 zuständig; die
Berger Bau GmbH aus Passau (für die technische) und die Porr Technobau München
GmbH (für die kaufmännische Seite) teilen sich die Verantwortung.
Die Nord-
und Südrampen des Tunnels stehen als Trogbauwerke in der Ausschreibung,
teilweise mit Mittelwand und aus wasserundurchlässigem Beton ohne Arbeitsfuge
hergestellt. Aufgeteilt sind diese 280 m (Süd) und 180 m (Nord) langen
Trogbauwerke in Blöcke mit jeweils 10 m, die auch den jeweiligen
Betonierabschnitt vorgeben. 28 Blöcke sind für den Trog Süd zu betonieren, dann
wird die Schalung nach Trog Nord mit seinen 18 Blöcken umgesetzt.
Die
Anfangshöhe der Trogwände beträgt außen ca. 8,90 m und innen ca. 6,90 m bei
einer Sohlstärke von 2,0 m. Zum Ende des Troges hin verringert sich die Wandhöhe
kontinuierlich, am Trogende bleiben als Wandhöhe außen noch ca. 2,0 m bei einer
Sohlstärke von ca. 0,50 m. Auch die Schalung muss daher genau so kontinuierlich
den Blockhöhen angepasst werden können. Die von den NOE-Technikern vorgelegte
Konzeption mit Trägerschalung außen und Rahmenschalung innen überzeugte die
Arge-Partner.
Die Außenschalung wurde als Trägerschalung vormontiert, mit
einer Gesamtlänge von ca. 11,0 m bei einer Höhe von ca. 8,30 m. Diese wird
mittig unterstützt, was einer Stützweite von 5,50 m entspricht. Als
Innenschalung kommt eine ebenfalls vormontierte Rahmenschalung zum Einsatz,
eingebaut sind die Aussparungskästen für den Lärmschutz. Voraussetzung für die
Innenschalung war allerdings, die gesamte Blocklänge zu überspannen, ohne
Abstützung in die Bodenplatte, um jede Wasserdurchlässigkeit zu vermeiden und
das Betonieren von Wand und Sohle in einem Guss zu ermöglichen. Selbst tragend
also für eine Spannweite von gut 10 m!
Rahmenschalung wirkt als Fachwerk
Adäquate Lösung für diese selbst tragende Schalung war die neue
NOEtop: Mit der integrierten Gurtung, dem durchgehenden Raster in Höhe
und Breite sowie dem geordneten Spannstellenbild verbindet NOEtop die
Vorteile einer Rahmenschalung mit denen einer Trägerschalung. Die integrierten
Gurtungen sind außerdem in der Lage, eine Funktion vor allem als Druck- und auch
als Zuggurt zu übernehmen. Diese freitragende Innenschalung mit ihrer großen
Stützweite von rd. 10 m sitzt einerseits auf dem zuletzt geschalten Block auf,
Auflager für das andere Ende der Schalung ist eine Schwerlaststütze NOE LS 200,
eine Stütze mit Schnellabsenkung für rasterfreie Höhen bis 11,50 m bei einer
Tragfähigkeit von max. 200 kN.
Bei vergleichbaren Einsätzen werden z. B.
HEB-Träger als tragendes Element für die Schalung eingebaut, um die Durchbiegung
der Schalung aufzufangen. Das heißt zusätzliches Gewicht, außermittige Lage mit
einem zusätzlichen Moment – ein Aufwand, der zusätzlich ins Geld geht.
Die
NOE-Techniker haben deshalb die bis zu 6,90 m hohe Innenschalung horizontal
geteilt: Der obere Teil der Schalung aus NOE Top 2000 wird auf den unteren Teil
aufgesetzt und angeklemmt. Eine in die Innenschalung eingebaute Aussparung für
den späteren Einbau der Schalldämmung muss mit dem Baufortschritt ständig
verkleinert, d. h. zurück geschnitten und der ansteigenden Schräge angepasst
werden. In dieser Zeit des Schalungsumbaus kann der untere tragende Teil der
Schalung schon wieder umgesetzt und ausgerichtet werden. Ein Riesenvorteil für
den Baustellenablauf. Die NOEtop als Unterteil der Innenschalung wirkt
dabei als Fachwerkträger, der Eigengewicht und Verkehrslast aus dem 4,20 m hohen
oberen Teil der Innenschalung abträgt. Je ein Element der NOEtop mit 2,65
x 2,65 m links und rechts plus einer Großtafel 5,30 x 2,65 m als Mittelstück
bilden diesen Fachwerkträger (2,65 + 5,30 + 2,65 = 10,60 m). Die Diagonalen des
Fachwerks sind in Form von als Flacheisen auf die integrierten Gurtungen
aufgeschweißt. Gesamtgewicht der Schalung inklusive Verkehrslasten (Lauf- bzw.
Betoniergerüst) ca. 10 t; Gewicht der reinen Schalung ca. 8 t.
Die
Vorteile der NOEtop machen sich hier besonders deutlich bemerkbar. Eine
„normale“ Rahmenschalung müsste solche Fachwerkstäbe im Rahmen aufnehmen, das
wäre umständlich und würde das Anbringen von Richtzwingen unmöglich machen. Bei
der NOEtop dagegen liegt der Fachwerksverband als Tragsystem innerhalb der Tafel
und stört die Verwendbarkeit der Tafel als Systemtafel überhaupt nicht.

Die NOEtop als Unterteil der Innenschalung wirkt dabei als Fachwerkträger,
der Eigengewicht und Verkehrslast aus dem 4,20 m hohen oberen Teil der
Innenschalung abträgt.

Je ein Element der NOEtop mit 2,65 x 2,65 m links und rechts plus einer
Großtafel 5,30 x 2,65 m als Mittelstück (2,65 + 5,30 + 2,65 = 10,60 m) bilden
den Fachwerkträger.