NOE Schaltechnik, 05.08.2010
URL:http://www.noe.de/stadthalle-singen.html
Titel:Stadthalle Singen

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Stadthalle Singen

Im Werk vormontierte und auf der Baustelle zum Großelement 5,0 x 5,0 Meter gekoppelte Trägerroste aus Combi 20- und H 20-Trägern sicherten den schnellen Baufortschritt.

Optimierte Schalsysteme plus kompetente Dienstleistung

Mit der neuen Stadthalle hat Singen am Hohentwiel das modernste Veranstaltungs- und Tagungsgebäude zwischen Schwarzwald und Bodensee. Der Baukörper mit einer Mächtigkeit von 84 x 38 x 14 Meter liegt an der Nahtstelle von Stadt und Landschaft, öffnet sich mit seiner gläsernen Halle zum Hohentwiel und zum Rathaus und lässt nicht mehr erkennen, dass nur mit einer ausgetüftelten Schalungsplanung der NOE-Schaltechnik und dem konsequenten Einsatz von Systemteilen die Bau- und Schalungsaufgaben zu lösen waren.

Architekt Prof. Norbert Moest vom planenden Büro Graf & Moest : Architekten ging in seiner Eröffnungsansprache auf die lange Planungszeit des 20-Millionen-Euro-Projekts ein, die immer wieder von „Aufs und Abs“ begleitet worden sei, bezeichnete die Stadthalle dann aber nicht umsonst als einen „Ort, an dem wunderbare Veranstaltungen stattfinden können.“ Die neue Stadthalle bietet Räume für Veranstaltungen aller Art, allein der Große Saal stellt mit der Empore rund 1.000 Sitzplätze parat. Außerdem ist der Saal individuell veränderbar, so dass mit den insgesamt acht ausgefahrenen Hubböden eine ebene Fläche von gut 1.700 m² entsteht.
Oberbauleiter Dipl.-Ing. Armin Seliger war seit dem Baugrubenaushub im Oktober 2005 dabei und es war für die Ed. Züblin AG, Direktion Stuttgart/Komplettbau, Bereich Friedrichshafen/Singen, ein großes Projekt und für ihn das bisher größte überhaupt. "Aber im Prinzip ist es das gleiche, nur vom Volumen ist alles etwas mehr", sagt Seliger. Als Generalunternehmer war die Ed. Züblin AG von der Planung bis zur Schlüsselübergabe verantwortlich, der Rohbau wurde selbst ausgeführt, rund 35 Gewerke an Fachfirmen vergeben. Und immer stand die Einhaltung des Fertigstellungstermins der Stadthalle im Fokus. Seliger denkt dabei zurück an den extremen Winter 2005/06, wo extreme Kälte zu Verzögerungen im Arbeitsablauf führte.
In dieser Situation war nicht zuletzt die Schalung gefordert. Um verlorene Zeit aufzuholen und den „Fahrplan“ einzuhalten, wählte man z. B. im Bühnenbereich, wo es am meisten klemmte, eine Taktlänge für die Schalung von 10 x 5 Meter und auf diese Länge sollten oder durften nur vier Schalungselemente stehen, um das geplante Fugenbild einzuhalten. Das lies sich „nur mit unserer NOEform 21 mm im Großformat 5,30 x 2,70 m mit Zuschnitt auf 5,00 x 2,50 m regeln“, erklärt NOE Gebietsleiter Alexander Bläsius. Und so wurden von den NOE Schalungstechnikern übergroße Schalungselemente mit 5,0 x 5,0 m konzipiert, die aber nicht mehr zu transportieren gewesen wären. Die Trägerroste aus Combi 20- und H 20-Trägern in den Abmessungen 2,50 x 5,00 Meter wurden im Werk in Süssen vormontiert und dann auf der Baustelle zum Großelement 5,0 x 5,0 Meter gekoppelt, mit NOEform belegt (5,00 m breit x 2,50 m hoch und zwei Beläge in der Höhe gestoßen) und zusammengebaut. Damit konnten alle großen Wände geschalt werden. Die riesigen Wände mit 40 x 14 m ging man mit Erfolg im Pilgerschrittverfahren an. Insgesamt genügten zwei komplette Takte mit fast genau 200,00 m² Schalfläche als Vorhaltemenge. Auch die Pfeilervorlagen mit Breiten von 1,40 m und 0,60 m wurden ganz rationell abgehandelt. Ergebnis: Mit einer Schalung konnten alle vier ca. 5 m hohen Stützen betoniert werden. Voraussetzung war nur eine entsprechende Unterfütterung.
Auch der Bühnenaufzug war frei stehend und 15 m hoch im gleichen Wand-Raster einzuschalen, die Spannstellen sollten deckungsgleich übertragen werden. Als Schal- und Unterstützungssystem kamen wieder die gekoppelten Trägerroste auf NOE ST 200 Türmen zum Einsatz. Mit Richtstützen hat man den Aufzugsturm dann zusätzlich gegen Windlast gesichert, bis die Decke darüber fertig und der Turm in den Baukörper eingebunden war. Mit der NOEalu L als Randabschalung konnte auch dieser Bauteil termingerecht abgeschlossen werden.
Tüpferl auf dem i war dann noch die frei schwebende Empore, deren Kragträger vorab geschalt, schlaff bewehrt und dann vor der Decke betoniert wurde. Diese Empore kragt in einer Höhe von rd. 14 Meter auf eine Breite von rd. 30 m und eine Tiefe von ca. 12 m stützenfrei aus, die drei Kragträger in den Drittelspunkten sind über Schraubanker in der Wand gehalten. Auf einer mit Stapeltürmen NOE ST 200 unterstellten Plattform wurden diese drei Kragträger in Abständen von 7,50 m eingeschalt und betoniert, die abgetreppten Zwischendecken ebenfalls auf einer Konstruktion aus NOE ST 200 Stapeltürmen und aufgelegter H 20-Decke geschalt. Der statische Querschnitt der Kragträger entspricht dabei dem der eingebundenen Stütze, die quasi als Rückgrat funktioniert und weiter verläuft bis in das Dachgeschoss und mit dem Kragträger quasi einen 14 m hohen Winkelrahmen bildet. Als Widerlager für die auskragende Empore hat im Grunde genommen das Dach herzuhalten.

Von wegen klettern

Die Schalung für die riesigen Wandflächen des Bühnenbereiches, Trägerroste aus NOE Combi 20- und H 20-Trägern mit NOEform 21 mm, wurde auf NOE ST 200 Stapeltürme mit aufgesetzten Deckentischen gestellt, weil wegen der großen Aussparungen in den Wänden mit einer normalen Kletterschalung bzw. Kletterbühnen nicht mehr gearbeitet werden konnte. Dafür wurden komplett umsetzbare Gerüsteinheiten mit Höhen bis 4,50 m montiert und dann nach Erfordernis geteilt, aneinander gereiht oder bis auf 9,00 m aufgestockt, je nach Bedarf. Zusätzlich kamen in diesen Bereichen noch NOE ADS-Stützen in Verbindung mit den zugehörigen NOE ADS-Rahmen zum Einsatz. Stapeltürme und ADS-Türme konnten unmittelbar im Anschluss als Unterstützung für das Einschalen der Decken für die Tiefgarage genutzt und weiter verwendet werden. Dabei wird wieder klar, dass zum Leistungsumfang von NOE-Schaltechnik nicht nur die Bereitstellung des Schalmaterials gehört, sondern auch das Anbieten wirtschaftlich optimierter Schalsysteme in Verbindung mit einem umfassenden und kompetenten Dienstleistungsangebot. Und das widerlegt wiederum die noch vor nicht allzu langer Zeit gültige Maxime, dass Geld nur auf der Baustelle zu verdienen sei.

Ausführendes Bauunternehmen:
Ed. Züblin AG
Direktion Stuttgart/Komplettbau
Bereich Friedrichshafen/Singen
88046 Friedrichshafen

Trägerroste aus NOE Combi 20- und H 20-Trägern bildeten auf NOE ST 200 Stapeltürme aufgesetzte Deckentischen und ersetzten wegen der großen Aussparungen die normale Kletterschalung bzw. Kletterbühnen.

NOE Stapeltürme ST 200 wurden als komplett umsetzbare Gerüsteinheiten mit Höhen bis 4,50 m montiert und dann nach Erfordernis geteilt, aneinander gereiht oder je nach Bedarf bis auf 9,00 m aufgestockt.

Neben NOE ST 200 Stapeltürmen waren auf der Baustelle Stadthalle Singen NOE ADS-Stützen, verbunden zu Türmen, im Einsatz. Die NOE ADS überzeugte durch ihre Anpassungsfähigkeit und ihre hohe Tragfähigkeit.



NOE Stadthalle Singen Großflächenschalung Traggerüste

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