
Im Werk vormontierte und auf der Baustelle zum Großelement 5,0 x 5,0
Meter gekoppelte Trägerroste aus Combi 20- und H 20-Trägern sicherten den
schnellen Baufortschritt.
Optimierte Schalsysteme plus kompetente Dienstleistung
Mit der neuen Stadthalle hat Singen am Hohentwiel das modernste
Veranstaltungs- und Tagungsgebäude zwischen Schwarzwald und Bodensee. Der
Baukörper mit einer Mächtigkeit von 84 x 38 x 14 Meter liegt an der Nahtstelle
von Stadt und Landschaft, öffnet sich mit seiner gläsernen Halle zum Hohentwiel
und zum Rathaus und lässt nicht mehr erkennen, dass nur mit einer ausgetüftelten
Schalungsplanung der NOE-Schaltechnik und dem konsequenten Einsatz von
Systemteilen die Bau- und Schalungsaufgaben zu lösen waren.
Architekt Prof. Norbert Moest vom planenden Büro Graf & Moest :
Architekten ging in seiner Eröffnungsansprache auf die lange Planungszeit des
20-Millionen-Euro-Projekts ein, die immer wieder von „Aufs und Abs“ begleitet
worden sei, bezeichnete die Stadthalle dann aber nicht umsonst als einen „Ort,
an dem wunderbare Veranstaltungen stattfinden können.“ Die neue Stadthalle
bietet Räume für Veranstaltungen aller Art, allein der Große Saal stellt mit der
Empore rund 1.000 Sitzplätze parat. Außerdem ist der Saal individuell
veränderbar, so dass mit den insgesamt acht ausgefahrenen Hubböden eine ebene
Fläche von gut 1.700 m² entsteht.
Oberbauleiter Dipl.-Ing. Armin Seliger war
seit dem Baugrubenaushub im Oktober 2005 dabei und es war für die Ed. Züblin AG,
Direktion Stuttgart/Komplettbau, Bereich Friedrichshafen/Singen, ein großes
Projekt und für ihn das bisher größte überhaupt. "Aber im Prinzip ist es das
gleiche, nur vom Volumen ist alles etwas mehr", sagt Seliger. Als
Generalunternehmer war die Ed. Züblin AG von der Planung bis zur
Schlüsselübergabe verantwortlich, der Rohbau wurde selbst ausgeführt, rund 35
Gewerke an Fachfirmen vergeben. Und immer stand die Einhaltung des
Fertigstellungstermins der Stadthalle im Fokus. Seliger denkt dabei zurück an
den extremen Winter 2005/06, wo extreme Kälte zu Verzögerungen im Arbeitsablauf
führte.
In dieser Situation war nicht zuletzt die Schalung gefordert. Um
verlorene Zeit aufzuholen und den „Fahrplan“ einzuhalten, wählte man z. B. im
Bühnenbereich, wo es am meisten klemmte, eine Taktlänge für die Schalung von 10
x 5 Meter und auf diese Länge sollten oder durften nur vier Schalungselemente
stehen, um das geplante Fugenbild einzuhalten. Das lies sich „nur mit unserer
NOEform 21 mm im Großformat 5,30 x 2,70 m mit Zuschnitt auf 5,00 x 2,50 m
regeln“, erklärt NOE Gebietsleiter Alexander Bläsius. Und so wurden von den NOE
Schalungstechnikern übergroße Schalungselemente mit 5,0 x 5,0 m konzipiert, die
aber nicht mehr zu transportieren gewesen wären. Die Trägerroste aus Combi 20-
und H 20-Trägern in den Abmessungen 2,50 x 5,00 Meter wurden im Werk in
Süssen vormontiert und dann auf der Baustelle zum Großelement 5,0 x 5,0 Meter
gekoppelt, mit NOEform belegt (5,00 m breit x 2,50 m hoch und zwei
Beläge in der Höhe gestoßen) und zusammengebaut. Damit konnten alle großen Wände
geschalt werden. Die riesigen Wände mit 40 x 14 m ging man mit Erfolg im
Pilgerschrittverfahren an. Insgesamt genügten zwei komplette Takte mit fast
genau 200,00 m² Schalfläche als Vorhaltemenge. Auch die Pfeilervorlagen mit
Breiten von 1,40 m und 0,60 m wurden ganz rationell abgehandelt. Ergebnis:
Mit einer Schalung konnten alle vier ca. 5 m hohen Stützen betoniert werden.
Voraussetzung war nur eine entsprechende Unterfütterung.
Auch der
Bühnenaufzug war frei stehend und 15 m hoch im gleichen Wand-Raster
einzuschalen, die Spannstellen sollten deckungsgleich übertragen werden. Als
Schal- und Unterstützungssystem kamen wieder die gekoppelten Trägerroste auf NOE
ST 200 Türmen zum Einsatz. Mit Richtstützen hat man den Aufzugsturm dann
zusätzlich gegen Windlast gesichert, bis die Decke darüber fertig und der Turm
in den Baukörper eingebunden war. Mit der NOEalu L als Randabschalung
konnte auch dieser Bauteil termingerecht abgeschlossen werden.
Tüpferl auf
dem i war dann noch die frei schwebende Empore, deren Kragträger vorab geschalt,
schlaff bewehrt und dann vor der Decke betoniert wurde. Diese Empore kragt in
einer Höhe von rd. 14 Meter auf eine Breite von rd. 30 m und eine Tiefe von ca.
12 m stützenfrei aus, die drei Kragträger in den Drittelspunkten sind über
Schraubanker in der Wand gehalten. Auf einer mit Stapeltürmen NOE ST 200
unterstellten Plattform wurden diese drei Kragträger in Abständen von
7,50 m eingeschalt und betoniert, die abgetreppten Zwischendecken ebenfalls
auf einer Konstruktion aus NOE ST 200 Stapeltürmen und aufgelegter H 20-Decke
geschalt. Der statische Querschnitt der Kragträger entspricht dabei dem der
eingebundenen Stütze, die quasi als Rückgrat funktioniert und weiter verläuft
bis in das Dachgeschoss und mit dem Kragträger quasi einen 14 m hohen
Winkelrahmen bildet. Als Widerlager für die auskragende Empore hat im Grunde
genommen das Dach herzuhalten.
Von wegen klettern
Die Schalung für die riesigen Wandflächen des Bühnenbereiches, Trägerroste
aus NOE Combi 20- und H 20-Trägern mit NOEform 21 mm, wurde auf NOE ST
200 Stapeltürme mit aufgesetzten Deckentischen gestellt, weil wegen der großen
Aussparungen in den Wänden mit einer normalen Kletterschalung bzw. Kletterbühnen
nicht mehr gearbeitet werden konnte. Dafür wurden komplett umsetzbare
Gerüsteinheiten mit Höhen bis 4,50 m montiert und dann nach Erfordernis geteilt,
aneinander gereiht oder bis auf 9,00 m aufgestockt, je nach Bedarf. Zusätzlich
kamen in diesen Bereichen noch NOE ADS-Stützen in Verbindung mit den zugehörigen
NOE ADS-Rahmen zum Einsatz. Stapeltürme und ADS-Türme konnten unmittelbar im
Anschluss als Unterstützung für das Einschalen der Decken für die Tiefgarage
genutzt und weiter verwendet werden. Dabei wird wieder klar, dass zum
Leistungsumfang von NOE-Schaltechnik nicht nur die Bereitstellung des
Schalmaterials gehört, sondern auch das Anbieten wirtschaftlich optimierter
Schalsysteme in Verbindung mit einem umfassenden und kompetenten
Dienstleistungsangebot. Und das widerlegt wiederum die noch vor nicht allzu
langer Zeit gültige Maxime, dass Geld nur auf der Baustelle zu verdienen sei.
Ausführendes Bauunternehmen:
Ed. Züblin AG
Direktion
Stuttgart/Komplettbau
Bereich Friedrichshafen/Singen
88046
Friedrichshafen

Trägerroste aus NOE Combi 20- und H 20-Trägern bildeten auf NOE ST 200
Stapeltürme aufgesetzte Deckentischen und ersetzten wegen der großen
Aussparungen die normale Kletterschalung bzw. Kletterbühnen.

NOE Stapeltürme ST 200 wurden als komplett umsetzbare Gerüsteinheiten mit
Höhen bis 4,50 m montiert und dann nach Erfordernis geteilt, aneinander gereiht
oder je nach Bedarf bis auf 9,00 m aufgestockt.
Neben
NOE ST 200 Stapeltürmen waren auf der Baustelle Stadthalle Singen NOE
ADS-Stützen, verbunden zu Türmen, im Einsatz. Die NOE ADS überzeugte durch ihre
Anpassungsfähigkeit und ihre hohe Tragfähigkeit.