
Ganz im Stil der 70er Jahre, aber mit der Technik des neuen Jahrtausends
wird das HPP der ETH Zürich saniert. Mit dabei Strukturmatrizen von NOEplast mit
einer Textur aus sägerauen Brettern.
Im Stil der 70er Jahre
Sanierungsmaßnahmen an der Eidgenössischen Technischen Hochschule,
Zürich
Nach 40 Jahren intensiver Nutzung erfüllte das Labor-, Forschungs- und
Unterrichtsgebäude der ETH Zürich die täglichen Anforderungen des
Universitätsbetriebs nur noch ungenügend. Beispielsweise war die Fassade des
Sichtbetongebäudes zum Teil beschädigt und musste erneuert werden. Um das
ursprüngliche Aussehen des Bauwerks zu bewahren, entschieden sich die
Bauherrschaft und die Planer des Büros Fischer Architekten, Zürich für NOEplast
Schalmatrizen.
Die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich, kurz ETH, ist eine
technisch-naturwissenschaftliche Universität. Sie wurde 1855 im
Zentrum der Stadt gegründet. Hierbei erbaute Gottfried Semper, der auch die
Dresdner Oper plante, innerhalb von sechs Jahren eines der ersten
Universitätsgebäude. Nachdem der Andrang auf die Hochschule dauerhaft
gestiegen war, konnte im Stadtzentrum nicht mehr ausreichend Platz für die
unterschiedlichen Fakultäten geschaffen werden. Die damalige Universitätsleitung
entschied sich ins Umland, auf den sogenannten Hönggerberg, auszuweichen. Hier
errichteten unterschiedliche Planer in drei Bauphasen zahlreiche, zum Teil
architektonisch ansprechende Bauwerke. Das Labor-, Forschungs- und
Unterrichtsgebäude für Physik mit dem Namen HPP gehörte zu deren Pionieren. Es
wurde in der Zeit von 1969 bis 1971 errichtet.
Gebäudebestand
Das Universitätsgebäude HPP ist das höchste Bauwerk des Campus und am
weitesten sichtbar. Ganz im Stil der 70er Jahre erbaut, zeichnet es sich
durch seine sachliche, klare Gebäudefassade aus. Diese wird von sehr großen
Fensterflächen und hellgrauem Sichtbeton dominiert. Das gesamte Gebäude ruht auf
massiven Stützen und besitzt im Innern, wie bei Hochhäusern üblich, einen
Gebäudekern in dem Nebenräume untergebracht sind und der zur Lastabtragung
beiträgt. Ungewöhnlich ist die windmühlenartige Drehung der Grundrisse, die zu
großzügigen inneren Erschließungsflächen mit Tageslichtversorgung von vier
Seiten führt, sowie die hohe Qualität der oft roh belassenen
Wandoberflächen.
Science City
Innerhalb von mehr als 30 Jahren nutzten tausende Studenten, Angehörige des
Lehrkörpers und Besucher das Gebäude, doch nach und nach konnte es nicht mehr
den Anforderungen eines modernen Universitätsbetriebs gerecht werden. Hohe
Studentenzahlen führten immer wieder zu Platzproblemen. Darüber hinaus entsprach
das 10stöckige Hochhaus (plus zwei Untergeschosse und zwei Dachzentralen) nicht
mehr den gültigen Brandschutzbestimmungen und der Energieverlust über die
Fassadenfläche war viel zu hoch. Der große Instandsetzungs- und
Erneuerungsbedarf machte eine umfangreiche bauliche und technische
Gesamtsanierung unumgänglich. Diese findet seit 2009 im Rahmen des Projektes
Science City statt. Dessen Ziel ist es, den Campus mehr zu beleben und Wohnungen
sowie öffentliche Einrichtungen dort unterzubringen.
Erneuern und erhalten
Das Züricher Büro Fischer Architekten wurde mit der Sanierung des HPP
betraut. Bei der Planung legten die Verantwortlichen großen Wert darauf, das
Erscheinungsbild der Gebäudefassade zu erhalten. Lukas Marti, der
verantwortliche Architekt, sagt hierzu: „Der bestehende Bau weist große
Qualitäten auf und ist in einem engen Zusammenhang mit allen Gebäuden der ersten
Ausbauetappe der ETH Hönggerberg zu betrachten. Wir fanden es richtig, das
Erscheinungsbild der Fassade, also auch die Sichtbetonelemente, zu erhalten.“
Sie zeichnen sich durch eine Textur 12 cm breiter, sägerauer Bretter aus.
Um die neue Betonfassade mit dieser Oberflächengestaltung zu versehen, standen
dem Architekturbüro zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Sie konnten, wie in den
70er Jahren üblich, die Schalung aus echten sägerauen Brettern er-stellen oder
Schalungsmatrizen aus PU verwenden. Schnell stellte sich heraus, dass echtes
Holz im Vergleich zu PU-Matrizen zahlreiche Nachteile aufwies. Erstens sind
heutzutage nicht mehr alle Sägewerke in der Lage, sägeraue Bretter zu liefern.
Zweitens ist die Einsatzmöglichkeit von echtem Holz sehr begrenzt, da es bei
jedem Betoniervorgang Wasser aufsaugt und so seine Form verliert und der Beton
unter Umständen eine andere Farbe erhält. Drittens setzten sich schwer zu
entfernende Betonrückstände in den feinen Poren des Holzes fest, wodurch die
Struktur schon nach wenigen Einsätzen nicht mehr exakt wiedergegeben wird.
Individuelle Schalungsmatrizen als wirtschaftlichste
Lösung
So kamen die Planer zu dem Entschluss, NOEplast Schalungsmatrizen zu
verwenden. Mit ihnen lässt sich die Betonoberfläche auf vielfältigste Art
gestalten. Der Hersteller NOE-Schaltechnik, Süssen bietet sowohl die Möglichkeit
individueller Matrizen als auch ein umfangreiches Standardsortiment an. Dieses
reicht von völlig frei erfundenen Motiven bis zu Reliefs, die eine Ziegel- oder
Natursteinwand nachbilden. Obwohl NOE-Schaltechnik auch sägeraue Strukturen im
Sortiment hat, wurden für die ETH individuelle Matrizen produziert.
Gleichgültig, ob es sich um eine individuelle Matrize oder um eine Matrize
aus dem Standardsortiment handelt, NOEplast lässt sich je nach Pflege ca.
100mal verwenden. Bei dem Universitätsgebäude hatte dies den Vorteil, dass so
der Einsatz der PU-Matten günstiger war als die Verwendung sägerauer
Bretter.
Auf der Baustelle
Um die Strukturen auf den Beton zu übertragen werden die Matrizen in die
Schalung gelegt oder geklebt. Diese wird anschließend mit Beton gefüllt. Nachdem
der Beton ausgehärtet ist, kann die Schalung entfernt werden. Bei der ETH wurden
die Betonelemente direkt auf der Baustelle gefertigt. Diese Aufgaben übernahm
die Firma BWT Bau AG, Winterthur. Für sie war die Arbeit mit den
Schalungsmatrizen neu, doch schon nach kurzer Einarbeitungszeit wurden gute
Sichtbetonergebnisse erzielt. Sandro Küng, der verantwortliche Bauleiter, sagt
hierzu: „Wir mussten zunächst Erfahrungen sammeln, doch schnell haben wir
gelernt, worauf bei der Arbeit mit Matrizen zu achten ist. Ab dann ging die
Fertigung zügig voran.“ Wie bei jedem Bauwerk spielten auch hier die
Gebäudeecken eine wichtige Rolle. „Besonderen Wert legten wir auf eine saubere
Gebäudekante“, sagt der Bauleiter. „Infolgedessen habe ich eine eigene
Detaillösung entworfen, die uns die Arbeit einfach machte“. Insgesamt wurden ca.
1150 m² Fassadenfläche mit nur 93 m² Matrizen (8 Stück)
gefertigt. Dies überzeugte auch den verantwortlichen Architekten Lukas Marti. Er
sagt: „Besonders gut hat mir gefallen, dass es möglich ist, mit geringem
Materialaufwand die verschiedenartigsten Oberflächenstrukturen gut
nachzubilden.“ Und er ergänzt: „Ich kann mir durchaus vorstellen, bei einem
anderen Projekt wieder NOEplast Matrizen einzusetzen.“
Bauherr:
ETH Zürich, Abteilung Bauten
Claudiusstraße 37, 8092
Zürich
Architekturbüro:
Fischer Architekten AG
Binzstraße 23, 8045
Zürich
Bauunternehmen:
BWT Bau AG
Wülflinger Straße 285, 8408
Winterthur

Besonderer Wert wurde auf eine saubere Gebäudekante gelegt. Damit dies
gelang, entwickelte der verantwortliche Bauleiter eigens eine Detaillösung, die
NOE realisierte.

Nach 40 Jahren wird das HPP auf Hönggerberg von Grund auf saniert. Ziel
von Bauherr und Architekt ist es, das ursprüngliche Aussehen des
Gebäudes zu bewahren. Mitte 2011 soll die Sanierung abgeschlossen sein und das
Gebäude wieder bezogen werden können.

Die Sichtbetonelemente zeichnen sich durch eine Textur 12 cm breiter
sägerauer Bretter aus. Um nicht nach zwei oder drei Einsätzen einen Belagwechsel
vornehmen zu müssen, entschieden sich Bauherr und Architekt für NOEplast
Strukturmatrizen.

Echt oder nachempfunden? Auch der Fachmann erkennt erst auf den zweiten
oder dritten Blick, dass hier eine NOEplast Strukturmatrize zum Einsatz
kam.

Das Universitätsgebäude HPP ist das höchste Gebäude auf dem Campus
Hönggerberg. Im Stil der 70er Jahre erbaut, zeichnet es sich durch eine
sachliche, klare Gebäudefassade aus.