
Mit einem Durchmesser von 16 cm und einer Erhabenheit von rund 8 cm
stehen die Noppen jeweils auf 40 Meter Länge und rund acht Metern Höhe aus der
Fassade.
Und da macht es „blubb“… – Brodelndes Licht aus Beton
Man mag es Kunsthalle oder Galerie nennen, ins Auge sticht hie wie da als
erstes die ungewöhnliche Fassade. Riesige Noppen prägen das Erscheinungsbild
respektive die Hülle des Gebäudes, in dem eine weltweit tätige Galerie in
Uetikon unweit des Zürichsees ihre wertvollen Kunstschätze zur Schau
stellt.
Mit einem Durchmesser von 16 cm und einer Erhabenheit von rund 8 cm stehen
die Noppen wie riesige Saugnäpfe aus dem Betongrund, der sich um den Baukörper
schmiegt. Als privates Kunstmuseum erfüllt diese ehemalige Fabrikhalle nun ihren
Zweck und mit ihrem Shed-Dach, dessen gewaltige Oberlichter die
Ausstellungsräume mit Tageslicht fluten, blinzelt dieses Relikt aus vergangener
Zeit in die Gegend. Und aufgrund einer originären Lichttechnik ist man nächtens
versucht, den Beton mit seiner genoppten Fassade gar kochen oder brodeln zu
sehen.
Eine genoppte Betonfassade als Gebäudehülle spiegelt im Zusammenspiel
von Ästhetik und Funktionalität moderne Baukultur wider, wobei zum einen mit den
Betonnoppen der raue Industriecharakter nach außen sichtbar, zum anderen aber
auch der Schutzcharakter dieser Gebäudehülle bildhaft gemacht werden soll.
Schließlich sollen Bauwerke im Verständnis der Architekten nicht nur die
regionaltypische Baukunst abbilden, sondern auch ihrer Nutzung sowie ihrem
Ursprung optisch gerecht werden.
Die Fertigteile der Element AG Veltheim
fügen sich zu dieser genoppten Fassade, die sowohl beim Rastermaß als auch beim
Ausschalen ihre Tücken hatte. Von der Temperatur abhängige geringfügige
Längenänderungen im Polyurethan der Matrizen von NOEplast mussten durch
Streckung oder Stauchung der Matrizen aufgefangen werden. Schließlich dulden die
Noppenreihen weder einen Versatz noch einen „Unterbruch“, wie es die Schweizer
nennen. Und mit der gleichen Exaktheit waren auch die Fertigteile zu versetzen,
um Fugen- und Noppenraster Millimeter genau in Einklang und die Stoßfugen auf
ein einheitliches Maß zu bringen. Schließlich durften die Noppen durch die Fuge
nicht durchtrennt, sie mussten jeweils um die Noppen geführt werden.
Auf 40
Meter Fassadenlänge und einer Höhe von rund acht Metern gingen die
Strukturmatrizen von NOEplast als Sonderanfertigung mit 4 x 4 Metern für die
Fertigteile der Fassade in die Fertigteilproduktion. Vor allem die Riesen-Noppen
mit ihrem Durchmesser von 16 cm und einer Erhabenheit von 8 cm führten zu einem
verstärkten Saugverhalten der Strukturmatrizen beim Ausschalen. Zusätzlich
entwickelt der selbstverdichtende Beton während des Abbindens eine sehr hohe
Temperatur, man spricht von bis zu 60 Grad, die in diesem Fall erreicht wurden.
Das will bei Matrizengrößen von 4 x 4 Meter beton- und ausschaltechnisch erst
einmal bewältigt werden. Die ungewöhnliche Fassade des privaten Kunstmuseums
zeigt jedoch, dass im Zusammenwirken von Elementwerk, NOE Schweiz in Aarau mit
ihrem Spezialisten Rudolf Hunkeler und NOEplast in Süssen auch diese
ungewöhnlichen Anforderungen zu meistern sind.
Die PU-Strukturmatrizen von
NOEplast sind im Ortbetonbau genau so wie in Fertigteilwerken einzusetzen, wobei
die robusten Eigenschaften der PU-Matrizen hundert und mehr Einsätze
erlauben.


Riesige Noppen prägen die Hülle des Gebäudes, in dem eine weltweit tätige
Galerie in Uetikon unweit des Zürichsees ihre wertvollen Kunstschätze zur Schau
stellt.

Die Sonderanfertigungen mit 4 x 4 Metern sowie die ungewöhnlichen
Abmessungen der Noppen führten zu einem verstärkten Saugverhalten der
Strukturmatrizen beim Ausschalen.

Die Noppenreihen dulden weder einen Versatz noch einen „Unterbruch“, wie
es die Schweizer nennen. Schließlich dürfen die Noppen durch die Fuge nicht
durchtrennt, sie mussten jeweils um die Noppen geführt werden.