
Das Klimahaus 8° Ost lädt seine Besucher nach seiner Fertigstellung zu
einer Reise rund um die Welt entlang des 8. Längengrades durch acht Länder und
ihre unterschiedlichen Klimate ein. (Foto: Klimahaus Bremerhaven)
Klimahaus 8° Ost, Bremerhaven
Auf 8° 34’ östlicher Länge, mitten im maritimen Zentrum Bremerhavens,
entsteht eine einzigartige Erlebniswelt: Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Schon
die anspruchsvolle Form des organischen Baukörpers ist eine technische
Herausforderung und die sanft geschwungene Glasfassade lässt einmal
durchblicken, wie exzellent auf einer Länge von 125 m und einer Breite von
82 m die Schalung von der D & B Bau GmbH für die aufwändige Inszenierung der
Themenwelten eingesetzt wurde.
Im Mittelpunkt der Neuentwicklung des historischen Hafengebiets von
Bremerhaven steht das Klimahaus, in dem jährlich rund 600.000 Besucher auf mehr
als 11.000 m² Ausstellungs- und Erlebnisfläche in den ganzen Facettenreichtum
des Themas „Klima“ eintauchen sollen. In den Themenbereichen „Reise“, „Elemente“
und „Perspektiven“ kann sich der Besucher nicht nur hautnah mit Naturphänomenen
und fremden Lebensräumen auseinandersetzen, sondern auch Wetter- und
Klimaprognosen selber erstellen und in die Zukunft unseres Planeten blicken. Auf
einer Reise entlang des 8. Längengrades, auf dem auch Bremerhaven liegt, sollen
die verschiedenen Klimazonen von arktisch bis subtropisch realistisch
nachempfunden werden.
Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost, eine der größten
Baustellen im Norden der Republik, wird in Sachen Klimaschutz nicht nur im
späteren Betrieb wegweisend sein, sondern bereits in der Bauphase. Für die
Bremerhavener STÄWOG als Vertreterin der Bauherrin BEAN und die späteren
Betreiber Petri & Tiemann gilt es sicher zu stellen, dass das über 11.000
Quadratmeter Ausstellungs- und Erlebnisfläche bietende Gebäude streng nach
ökologischen und Klima schonenden Anforderungen errichtet werden wird. Das in
Bremen ansässige „Büro für integrierten Umweltschutz“ (BIU) unterstützt bei der
Auswahl der Baustoffe, überwacht Materialverbote wirft auch ein Auge auf die
Betriebsmittel. So sollen keine seltenen Tropenhölzer verbaut werden,
Recyclingstoffe zum Einsatz kommen und im Wesentlichen umweltzertifizierte
Materialien verbaut werden. Arne Dunker, Geschäftsführender Gesellschafter der
Klimahaus Betriebsgesellschaft: „Das Klimahaus muss seinem thematischen
Schwerpunkt natürlich auch beim Bau gerecht werden.“ Der Einsatz der Baustoffe
wird detailliert protokolliert, so dass später das Gebäudezertifikat
„Klimaverträgliche und schadstoffarme Stoffe“ vergeben werden kann. Auch im
späteren Betrieb wird das Gebäude in punkto Energietechnik neue Maßstäbe setzen.
Das im Vorfeld erstellte Energiekonzept kombiniert Erdwärme (Geothermie),
Photovoltaik (Solarzellen) und Fernwärme so, dass gegenüber herkömmlichen
Gebäuden 75 Prozent an Energie gespart werden wird. In Europa gibt es bislang
nur eine kleine Anzahl energetisch und bauökologisch optimierter Bauten
Kilometerweise Unterzüge
Wie schalt man für dieses anspruchsvolle Bauwerk rund eineinhalb Kilometer
Unterzüge mit verschiedenen Querschnitten, ohne ständig den Kran anfordern zu
müssen? Mit einer hundertprozentigen Handschalung! Und hier bot sich natürlich
die NOEalu L an. Mit den geringen Tafelgewichten von 20 kg/m² ist die
Schalung absolut kranunabhängig und die Seitenwände der Unterzugschalung sind
von Hand blitzschnell eingeschalt und auch wieder umgesetzt. Der zulässige
Betondruck von bis zu 60 kN/m² bringt höchste Einsatzzahlen und mit dem 15 mm
starken NOEform Schalbelag die entsprechend optimalen Betonierergebnisse,
ohne dass aufwändige Nacharbeiten notwendig wären. So haben die
Schalungszimmerer der D & B Baugruppe rund eineinhalb Kilometer
Unterzüge geschalt: Mit 1.350 m² Wandschalung NOEalu L und ca. 860 m²
H 20 Unterzug-Bodenschalung.
Auch Stützen spielen in diesem
durchsichtigen Baukörper eine herausragende Rolle, rechteckig genau so wie rund.
Schräge, in einem Winkel von 35 Grad aufgehende Rundstützen mit einem
Durchmesser von 70 cm und einer Länge von 14,70 dominieren die Außenbereiche.
Mit einem speziellen „Anfänger“ wurden diese Stützenschalungen ausgeliefert, der
dann bauseits an die vorgeschriebenen Winkel angepasst wurde. Abgestützt wurde
die Schalung mit NOE BKS-Stützen, die mit Schwerlastdübel auf der Decke
gesichert waren. Am Stück hat man die Schrägstützen betoniert, wobei die Deckel
der Stahlschalungen von unten nach oben abschnittsweise und der
Steiggeschwindigkeit des eingebauten Betons entsprechend geschlossen wurden. Mit
110 m² stählerner Rundstützenschalung wurde diese Position erledigt. Zusätzlich
wurde mit 78 m² Rechteckstützenschalung NOE Vario 2000 gearbeitet, Höhen
zwischen 3,50 m und rd. 7,0 m waren die Regel.
Für die verspringenden
Deckenflächen pusselten die NOE Schaltechniker unter Berücksichtigung von
Lufträumen und Deckensprüngen die Stapeltürme so in die anspruchsvolle Geometrie
hinein, dass die Bauleitung der D & B Bau GmbH weitgehend mit der
Systemschalung NOE H 20-Deckenschalung, plus NOE ST 200 und ADS Stützen
auskam. Es war eine flexible Deckenschalung mit einem genau so flexiblen
Unterstützungssystem gefragt. Und weil eine Baustelle solchen Kalibers auch
einer Wandschalung bedarf, mit der die Kosten ohne Abhängigkeit vom Grundriss im
Rahmen gehalten werden können, hat sich die Bauleitung für die NOEtop
entschieden. Mit rd. 2.800 m² Rahmenschalung, aufgeteilt auf 1.200 m² Schalung
für Innenwände, die restlichen 1.600 m² für die Treppenhäuser bzw.
Aufzugschächte, wurden die Wände zum Teil bis auf Höhen von rd. 7,0 Meter
geschalt.
Logistik ist das A & O
Man war ursprünglich bestrebt, nicht zuviel Schalung auf der Baustelle zu
haben, die Vorhaltung war entsprechend ausgetüftelt und optimal abgestimmt, die
vorhandene Schalung ständig im Einsatz; Material kostet eben, ob eingesetzt oder
nicht. Die fünf unterschiedlichen Geschosse des Gebäudes mit teilweise sehr
komplizierten Grundrissen, von rund über oval bis eckig, erfordern eine maximale
Anpassung des Schalungssystems an die spezifischen Bedürfnisse der Baustelle.
Sämtliche Decken sind in- und übereinander verschachtelt und zum großen Teil mit
runden bzw. fließenden Deckenrändern versehen. Dabei waren diese Decken bis in
Höhen von rund 14 m einzuschalen und die Lasten über Stapeltürme NOE ST 200
und ADS Aludeckenstützen abzutragen. Eine überaus komplizierte Statik machte es
jedoch notwendig, zum einen längere Unterstützungszeiträume einzuplanen und zum
anderen ganze Baugruppen bis zum Ende der Bauzeit mit einer Notunterstützung zu
versehen. Um trotzdem den Terminplan einhalten zu können, führten entsprechende
Umplanungen in letzter Konsequenz auch zu einer größeren Vorhaltemenge. Mit ca.
4.400 m² H 20-Deckenschalung von NOE und ca. 2.800 m²
NOEtop Wandschalung, um nur die wichtigsten Posten für Wand und Decke zu
nennen, kam man dann gut über die Runden. Der letztlich reibungslose Ablauf geht
nicht zuletzt auf die Planungsarbeit der NOE Niederlassung Düsseldorf zurück,
die für die Schalungsplanung zuständig war. Auch die kurzfristigen Anlieferungen
der notwendigen Schalung war Bauleiter Dipl.-Ing. H. Gotthart und Polier Manfred
Knoblauch von D & B ein dickes Lob wert: „Bei einer Baustelle
dieser Größenordnung und relativ wenig Lagerfläche muss man sich auf
leistungsfähige Partner verlassen können. Wenn die Schalung gebraucht wird, muss
sie da sein. Das hat beim Klimahaus prima geklappt“.
Bautafel
Projektidee:
Petri & Tiemann GmbH
Betreiber:
Klimahaus Betriebsgesellschaft mbH
Projektträger:
BEAN
Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen mbH & Co.
KG
Architekt (Entwurf):
Klumpp Architekten
Gesamtprojektsteuerung:
STÄWOG Städtische Wohnungsgesellschaft
Bremerhaven mbH
Ausführendes Bauunternehmen:
D & B Baugruppe,
Hoch- und Industriebau,
NL Rhein-Ruhr, 45470 Mühlheim

Stützen spielen in diesem durchsichtigen Baukörper eine herausragende
Rolle, rechteckig genau so wie rund. Schräge, in einem Winkel von 35 Grad
aufgehende Rundstützen mit einem Durchmesser von 70 cm dominieren die
Außenbereiche.

Stützen spielen in diesem durchsichtigen Baukörper eine herausragende
Rolle, rechteckig genau so wie rund. Schräge, in einem Winkel von 35 Grad
aufgehende Rundstützen mit einem Durchmesser von 70 cm dominieren die
Außenbereiche.

Kilometerweise Unterzüge: Mit den geringen Tafelgewichten von 20 kg/m²
ist die NOEalu L absolut kranunabhängig und die Seitenwände der Unterzugschalung
sind von Hand blitzschnell eingeschalt und auch wieder umgesetzt.

Weil eine Baustelle solchen Kalibers auch einer Wandschalung bedarf, mit
der die Kosten ohne Abhängigkeit vom Grundriss im Rahmen gehalten werden können,
hat sich die Bauleitung für rd. 2.800 m² NOEtop entschieden.

Stützen spielen in diesem durchsichtigen Baukörper eine herausragende
Rolle, rechteckig genau so wie rund. Schräge, in einem Winkel von 35 Grad
aufgehende Rundstützen mit einem Durchmesser von 70 cm dominieren die
Außenbereiche.