NOE Schaltechnik, 05.08.2010
URL:http://www.noe.de/hochwasser-rueckhaltebecken-rennersdorf.html
Titel:Hochwasser-Rückhaltebecken Rennersdorf

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Hochwasser-Rückhaltebecken Rennersdorf

Für das rund 105 m lange Durchlassbauwerk hatte die Ed. Züblin AG rund 3.600 m² Wand- und Deckenflächen zu schalen sowie etwa 3.900 m³ in der Hauptsache wasserundurchlässigen Beton C30/37 zu verbauen.

Flexible und anpassungs­fähige NOE Trägerschalung

Hochwasserrückhaltebecken Rennersdorf

Der gezielte Einsatz einer neu entwickelten System-Trägerschalung in Verbindung mit einer ausgetüftelten Vorplanung und der entsprechenden Vorfertigung im Werk hat beim Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens beim sächsischen Rennersdorf sowohl die Ed. Züblin AG als auch die NOE-Schaltechnik Süssen mit ihrer Niederlassung Cottbus in ihrer Überzeugung bestärkt, dass auch heikle Bauaufgaben mit Systemschalungen bei einem gleichzeitig unschlagbaren Preis-Lei­stungs­verhältnis zu lösen sind.

Der im Normalfall idyllische Petersbach hat in der Vergangenheit schon öfters mit veritablen Hochwassern auf sich aufmerksam gemacht. Die Auswirkungen hatten nicht zuletzt die An­lieger von Neiße und Pließnitz im wahrsten Sinne des Wortes auszubaden. Deshalb wurde von der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen, Betrieb Spree/Neiße, diese Hochwasserschutzmaßnahme angeordnet: Das Tal des Petersbaches in unmittelbarer Nähe zum sächsischen Rennersdorf soll durch einen Damm versperrt werden, der nicht als Talsperre sondern lediglich als Hochwasserschutz dient. Im Amtsdeutsch liest sich das als Hochwasserrückhaltebecken ohne Dauerstau mit einem Stauvolumen von 3,6 Mio. Kubikmeter. Ausgelegt ist die Planung auf das statistische „hundertjährige Hochwasser“.
Im Normfall nehmen Betriebsdurchlässe im Damm das anströmende Wasser des Petersbaches auf. Im Fall eines Hochwassers wird der normale Durchfluss über ein Schütz im Betriebsturm gesperrt, das Hochwasser aufgestaut und über das in den Betriebsdurchlass integrierte Rohrsystem als Normalwassermenge kontrolliert in den Unterlauf des Baches abgegeben. Über die Hochwasserentlastungsanlage, als Hangseitenentlastung mit einer betonierten 180 m langen und 9 m breiten Schussrinne und betoniertem Tosbecken mit 20 x 40 m, würde das überschüssige Hochwasser bei Überschreiten des Stauvolumens in den Bachunterlauf abgegeben. Die gesamte Baumaßnahme schlägt mit Gesamtkosten in Höhe von 26 Mio. Euro brutto zu Buche.

Arbeiten im Team

Bauen ist Teamarbeit und deshalb versteht sich die Arge HRB Rennersdorf auch als Mannschaft, die sich die Arbeiten aufteilt. Die Strabag AG, Direktion Straßenbau Sachsen, Bereich Dresden übernimmt den gesamten Erdbau; die Ed. Züblin AG, Direktion Ost, Bereich Dresden, steht für den Betonbau gerade. Die Lose 1 und 2 umfassen hauptsächlich Erdarbeiten, das Los 3 umfasst das rund 105 m lange Durchlassbauwerk, das sich aufteilt auf das Anpassungsbauwerk (ca. 9 m), das Einlaufbauwerk (ca. 15,6 m inkl. Sohlenunterschnitt), die Verbindungsblöcke 1 bis 3 (je 7,38 m), den Bedienturm (ca. 23,85 m inkl. Sohlenunterschnitt), die Verbindungsblöcke 4-6 (je 6,87 m), das Auslaufbauwerk (ca. 19 m inkl. Sohlenunterschnitt) und die Flügelwand (ca. 9 m); dies alles wird derzeit von der Ed. Züblin AG fertig gestellt. Das heißt, es sind rund 3.600 m² Wand- und Deckenflächen zu schalen sowie etwa 3.900 m³ in der Hauptsache wasserundurchlässiger Beton C30/37 zu verbauen. Dazu kommen, um die Sache rund und die Baustelle fertig zu machen, noch diverse Spundwandarbeiten für die Bachumlegung und Betonbohrpfähle als Widerlager für das Tosbecken, die allerdings zum Los 1 + 2 bzw. zum Los 4 gehören. Die Arbeiten für das Los 4 mit der Hochwasserentlastung beginnen voraussichtlich Anfang nächsten Jahres.

Das Bauwerk

Der Hauptdurchlass im rund 105 m langen Durchlassbauwerk, quasi einem in offener Bauweise herzustellenden Tunnel, ist ein 2,00 m breites und 1,00 m hohes Gerinne mit einer 1,00 m breiten seitlichen Trockenberme. Zur Steuerung der Durchlassmenge im Falle eines Hochwassers dienen zwei Rohrleitungen DN 800, die über das Auslaufbauwerk gesteuert werden.
Das Tunnel- bzw. Durchlassbauwerk aus Stahlbeton mit Wandstärken von 70 bis 140 cm (teilweise bis 180 cm) wird nach Fertigstellung überschüttet, lediglich Teile des Ein- und Auslaufbauwerkes sowie des Bedienturmes bleiben sichtbar. Praktisch alle Außenwandflächen sind mit einem Anzug von 10:1 auszuführen. Die verschiedenen Bauteile des Durchlassbauwerkes sind durch Dehnfugen getrennt und mittels Dehnfugenbändern und äußeren Fugenabschlussbändern abgedichtet.
„Das war eine Fugenführung, die es in sich hatte. Zum Beispiel die Abschnittsblöcke mit innen liegenden Fugenbändern; in diese Arbeitsfugen mussten Fugenbleche eingebaut werden, was bei den Schalarbeiten durchaus Probleme aufwerfen kann“, so Martin Jahn, Bau- und Projektleiter der Ed. Züblin AG in Rennersdorf.

Dienstleistung steht im Vordergrund

Beim Bau des Hochwasserrückhaltbeckens Rennersdorf hat sich die für den Betonbau verantwortliche Züblin AG, Niederlassung Dresden, für NOE-Schaltechnik entschieden. Und zwar für die komplette Schalungstechnik. Den Ausschlag gab nicht zuletzt eine bis ins Detail ausgefeilte Arbeitsvorbereitung mit Einsatzzeiten, Takt- und Montageplänen. „Überzeugt haben uns vor allem die von Dipl.-Ing. (FH) Thomas Scholz von der NOE Niederlassung Cottbus erarbeiteten konzeptionellen Ideen, wie man dort letztlich die praktischen Dinge angepackt und umgesetzt hat, genau so wie die Baustellenbetreuung durch NOE Schaltechnik in Cottbus sehr positiv hervorzuheben ist.“ Für Bauleiter Dipl.-Ing. (FH) Martin Jahn von der Ed. Züblin AG, Direktion Ost, Bereich Dresden, ist es von maßgebender Bedeutung, in welcher Art und Weise die Schalung und deren Einsatz vorbereitet und explizit auf die Baustelle abgestimmt wird. „Sogar für die bauseits auszuführenden Arbeiten kamen von NOE Cottbus eigens angefertigte Zeichnungen und Pläne“, lobt Bauleiter Martin Jahn. Umgekehrt war es für die Schalungstechniker der NOE Niederlassung Cottbus von Anfang an klar, dass nur dieses durchdachte Schalungskonzept inklusive der entsprechenden Logistik zum Erfolg führen konnte.

Ein neues altes System

Die auf dieser Baustelle eingesetzte NOE Träger­schalung ist eine speziell für den Einsatz im Ingenieur- und Industriebau neu entwickelte Trägerschalung. Sie baut auf einem bewährten Gurtungssystem aus Stahl aus dem NOE Baukasten auf. Diese neue Trägerschalung ist sozusagen der „Running Gag“ auf der Baustelle, der sich vom Anfang bis zum Ende des Durchlassbauwerkes durchzieht. Lediglich für das Betonieren der Sohlen bis auf Höhen von 1,40 m setzte man rund 140 m² Rahmenschalung NOEtop ein, die sich mit der integrierten Gurtung und ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten letztlich auch bei den Wänden des nachgezogenen Anpassungsbauwerkes bewährte.
Mit rund 1.570 m² NOE Trägerschalung deckte die Arge quasi alle geraden, lotrechten und geneigten Wandbauteile des Gewässerdurchlasses ab. Je nach Elementabmessung und Ankerabstand kann der Frischbetondruck zwi­schen 50 kN/m² und 80 kN/m² liegen.
Die Schalelemente in Breiten von 100 cm bis 300 cm (im Raster von 25 cm) und in Höhen von 210, 340, 400, 500 und 600 cm waren schon in der Angebotsphase ein entscheidender Vorteil angesichts der doch etwas eigenwilligen Bauwerkskonturen. Bauseitige Anfütterungen, Restflächenausgleiche o. ä. konn­ten auf ein Minimum reduziert und alle Wand­höhen bis 9 m mit nur max. einer Aufstockung abgedeckt werden. Im Zweifelsfall konnten auch bei besonderen Randbedingungen, um etwa mit der Schalung unter der Decke zu bleiben, die Standardelemente ganz einfach durch Anschluss- und Aufstocklaschen aus Standardmaterial horizontal und vertikal angepasst werden.
Für die vielen Sonderfälle auf dieser Baustelle wurden in Abstimmung mit der Bauleitung diverse Sonderteile z.B. für Elementverbindungen gefertigt, in der Praxis getestet und nach eventuellen Anpassungen als Standardteil für folgende Bauvorhaben ins Programm dieser neuen NOE Trägerschalung aufgenommen. Der kompletten Baustellenbelegschaft, die sich damit auch in den Dienst der Entwicklungsarbeit gestellt hat, gilt dafür ein Riesenkompliment.
Auch für die Übergänge der geneigten zu den lotrechten Wänden wurden diverse Sonder­ecken gefertigt, die mit Standardverbindungsteilen passgenau an die Regelwandschalung angeschlossen wurden. Für die Abschalungen der Dehnfugen im Wand- und Deckenbereich wurden ebenfalls Sonderelemente aus Standardteilen im Werk vorgefertigt. Zur Schalung des ca. 20 m hohen und sich allseitig nach oben verjüngenden Bedienturms wurden sämt­liche Elemente im Werk vorbereitet: z. B. die Anfütterungen für den Neigungsausgleich sowie die Anordnung sämtlicher Spannlöcher, die sich bei der Außenschalung mit der sich nach oben verjüngenden Wandkubatur bei jedem Abschnitt ändern. Der Schalungskern mit einem Querschnitt 3 x 3 m bei 5 m Höhe und einem Gesamtgewicht von ca. 3.700 kg blieb für alle drei Bauabschnitte konstant und konnte durch den Einsatz erstmals eingesetzter Ausschalbleche mit Schachtspindeln komplett gezogen werden.
Mit rund 24 lfm NOE Arbeitsbühne AB 300 war der Bedienturm auch komplett eingerüstet und bot so den Bauarbeitern in jeder Situation die notwendige Rückendeckung. Das lässt keine Unsicherheit aufkommen und ist Voraussetzung, um eine hundertprozentige Leistung zu bringen. Nur wer sich sicher fühlt, kann schnell und konzentriert arbeiten, sagt man in der Bauleitung.

Ein positiver Abschluss

Die umfassende Betreuung der Baustelle durch die NOE-Schaltechnik mit Arbeitsvorbereitung und Schalungsplanung sowie der ständige Dialog mit der Bauleitung lassen letztlich die Vorstellung der Planungsgesellschaft HRB Rennersdorf und des Projektträgers, der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen, Realität werden. Und auch das Resümee von Bau- und Projektleiter Dipl.-Ing. (FH) Martin Jahn und Polier André Beyer lässt den Schluss zu, dass nicht unbedingt nur der Zweck die Mittel heiligt, sondern in erster Linie die richtige Wahl des Schalungspartners zum Erfolg führt. „Vor allem das Schalungs-Management, wie Einsatzzeiten, Abstimmung und Ausarbeitung von Takt- und Schalplänen, hat hier prima funktioniert“, wie die beiden unisono bestätigen. Letztlich waren sich die Ed. Züblin AG und der Schalungslieferant einig, dass es sich bei diesem Bauvorhaben zwar um kein überaus spektakuläres Bauwerk, jedoch um eine sehr anspruchsvolle Bauaufgabe handelte. Nicht zuletzt, weil sich auch hier der Teufel wieder im Detail versteckte.
Beide Seiten überließen deshalb auch nichts dem Zufall. Von der Abschalung der Dehnfugen im Gründungsbereich über den Bau des Durchlassbauwerkes bis zur Rundschalung für die gekrümmte Flügelwand gab es keinerlei Informationsverluste. Von der Erstellung des Angebots über die Vergabe, die technische Bearbeitung und die Koordination bis hin zur Abrechnung lief alles „über einen Tisch“ – und das war der Schlüssel für den Erfolg dieses ersten und größten Teiles der Baumaßnahme!

Die auf dieser Baustelle eingesetzte NOE Trägerschalung ist eine speziell für den Einsatz im Ingenieur- und Industriebau neu entwickelte und extrem anpassungsfähige Trägerschalung, die sich von Anfang bis Ende des Bauwerkes durchzieht.

Die Schalelemente in Breiten von 100 cm bis 300 cm (im Raster von 25 cm) und in Höhen von 210, 340, 400, 500 und 600 cm waren schon in der Angebotsphase ein entscheidender Vorteil angesichts der doch etwas eigenwilligen Bauwerkskonturen.

Für das Betonieren der Sohlen bis auf Höhen von 1,40 m setzte man rund 140 m² NOEtop Rahmenschalung ein, die sich mit der integrierten Gurtung und ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten letztlich auch bei den Wänden des nachgezogenen Anpassungsbauwerkes bewährte.

Der Schalungskern mit einem Querschnitt von 3 x 3 m bei 5 m Höhe und einem Gesamtgewicht von ca. 3.700 kg blieb für alle drei Bauabschnitte konstant und konnte durch den Einsatz erstmals eingesetzter Ausschalbleche mit Schachtspindeln komplett gezogen werden.

Mit rund 24 lfm NOE Arbeitsbühne AB 300 war der Bedienturm komplett eingerüstet und bot so den Bauarbeitern in jeder Situation die notwendige Rückendeckung. Das lässt keine Unsicherheit aufkommen und ist Voraussetzung, um eine hundertprozentige Leistung zu bringen.



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