
Für das rund 105 m lange Durchlassbauwerk hatte die Ed. Züblin AG rund
3.600 m² Wand- und Deckenflächen zu schalen sowie etwa 3.900 m³ in der
Hauptsache wasserundurchlässigen Beton C30/37 zu verbauen.
Flexible und anpassungsfähige NOE Trägerschalung
Hochwasserrückhaltebecken Rennersdorf
Der gezielte Einsatz einer neu entwickelten System-Trägerschalung in
Verbindung mit einer ausgetüftelten Vorplanung und der entsprechenden
Vorfertigung im Werk hat beim Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens beim
sächsischen Rennersdorf sowohl die Ed. Züblin AG als auch die
NOE-Schaltechnik Süssen mit ihrer Niederlassung Cottbus in ihrer Überzeugung
bestärkt, dass auch heikle Bauaufgaben mit Systemschalungen bei einem
gleichzeitig unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis zu lösen
sind.
Der im Normalfall idyllische Petersbach hat in der Vergangenheit schon öfters
mit veritablen Hochwassern auf sich aufmerksam gemacht. Die Auswirkungen hatten
nicht zuletzt die Anlieger von Neiße und Pließnitz im wahrsten Sinne des
Wortes auszubaden. Deshalb wurde von der Landestalsperrenverwaltung des
Freistaates Sachsen, Betrieb Spree/Neiße, diese Hochwasserschutzmaßnahme
angeordnet: Das Tal des Petersbaches in unmittelbarer Nähe zum sächsischen
Rennersdorf soll durch einen Damm versperrt werden, der nicht als Talsperre
sondern lediglich als Hochwasserschutz dient. Im Amtsdeutsch liest sich das als
Hochwasserrückhaltebecken ohne Dauerstau mit einem Stauvolumen von 3,6 Mio.
Kubikmeter. Ausgelegt ist die Planung auf das statistische „hundertjährige
Hochwasser“.
Im Normfall nehmen Betriebsdurchlässe im Damm das anströmende
Wasser des Petersbaches auf. Im Fall eines Hochwassers wird der normale
Durchfluss über ein Schütz im Betriebsturm gesperrt, das Hochwasser aufgestaut
und über das in den Betriebsdurchlass integrierte Rohrsystem als
Normalwassermenge kontrolliert in den Unterlauf des Baches abgegeben. Über die
Hochwasserentlastungsanlage, als Hangseitenentlastung mit einer betonierten 180
m langen und 9 m breiten Schussrinne und betoniertem Tosbecken mit 20 x 40 m,
würde das überschüssige Hochwasser bei Überschreiten des Stauvolumens in den
Bachunterlauf abgegeben. Die gesamte Baumaßnahme schlägt mit Gesamtkosten in
Höhe von 26 Mio. Euro brutto zu Buche.
Arbeiten im Team
Bauen ist Teamarbeit und deshalb versteht sich die Arge HRB Rennersdorf auch
als Mannschaft, die sich die Arbeiten aufteilt. Die Strabag AG, Direktion
Straßenbau Sachsen, Bereich Dresden übernimmt den gesamten Erdbau; die Ed.
Züblin AG, Direktion Ost, Bereich Dresden, steht für den Betonbau gerade. Die
Lose 1 und 2 umfassen hauptsächlich Erdarbeiten, das Los 3 umfasst das rund
105 m lange Durchlassbauwerk, das sich aufteilt auf das Anpassungsbauwerk
(ca. 9 m), das Einlaufbauwerk (ca. 15,6 m inkl. Sohlenunterschnitt),
die Verbindungsblöcke 1 bis 3 (je 7,38 m), den Bedienturm (ca. 23,85 m inkl.
Sohlenunterschnitt), die Verbindungsblöcke 4-6 (je 6,87 m), das Auslaufbauwerk
(ca. 19 m inkl. Sohlenunterschnitt) und die Flügelwand (ca. 9 m); dies alles
wird derzeit von der Ed. Züblin AG fertig gestellt. Das heißt, es sind rund
3.600 m² Wand- und Deckenflächen zu schalen sowie etwa 3.900 m³ in der
Hauptsache wasserundurchlässiger Beton C30/37 zu verbauen. Dazu kommen, um die
Sache rund und die Baustelle fertig zu machen, noch diverse Spundwandarbeiten
für die Bachumlegung und Betonbohrpfähle als Widerlager für das Tosbecken, die
allerdings zum Los 1 + 2 bzw. zum Los 4 gehören. Die Arbeiten für das Los 4
mit der Hochwasserentlastung beginnen voraussichtlich Anfang nächsten Jahres.
Das Bauwerk
Der Hauptdurchlass im rund 105 m langen Durchlassbauwerk, quasi einem in
offener Bauweise herzustellenden Tunnel, ist ein 2,00 m breites und 1,00 m
hohes Gerinne mit einer 1,00 m breiten seitlichen Trockenberme. Zur Steuerung
der Durchlassmenge im Falle eines Hochwassers dienen zwei Rohrleitungen DN 800,
die über das Auslaufbauwerk gesteuert werden.
Das Tunnel- bzw.
Durchlassbauwerk aus Stahlbeton mit Wandstärken von 70 bis 140 cm
(teilweise bis 180 cm) wird nach Fertigstellung überschüttet, lediglich Teile
des Ein- und Auslaufbauwerkes sowie des Bedienturmes bleiben sichtbar. Praktisch
alle Außenwandflächen sind mit einem Anzug von 10:1 auszuführen. Die
verschiedenen Bauteile des Durchlassbauwerkes sind durch Dehnfugen getrennt und
mittels Dehnfugenbändern und äußeren Fugenabschlussbändern abgedichtet.
„Das
war eine Fugenführung, die es in sich hatte. Zum Beispiel die Abschnittsblöcke
mit innen liegenden Fugenbändern; in diese Arbeitsfugen mussten Fugenbleche
eingebaut werden, was bei den Schalarbeiten durchaus Probleme aufwerfen kann“,
so Martin Jahn, Bau- und Projektleiter der Ed. Züblin AG in Rennersdorf.
Dienstleistung steht im Vordergrund
Beim Bau des Hochwasserrückhaltbeckens Rennersdorf hat sich die für den
Betonbau verantwortliche Züblin AG, Niederlassung Dresden, für NOE-Schaltechnik
entschieden. Und zwar für die komplette Schalungstechnik. Den Ausschlag gab
nicht zuletzt eine bis ins Detail ausgefeilte Arbeitsvorbereitung mit
Einsatzzeiten, Takt- und Montageplänen. „Überzeugt haben uns vor allem die von
Dipl.-Ing. (FH) Thomas Scholz von der NOE Niederlassung Cottbus erarbeiteten
konzeptionellen Ideen, wie man dort letztlich die praktischen Dinge angepackt
und umgesetzt hat, genau so wie die Baustellenbetreuung durch NOE Schaltechnik
in Cottbus sehr positiv hervorzuheben ist.“ Für Bauleiter Dipl.-Ing. (FH) Martin
Jahn von der Ed. Züblin AG, Direktion Ost, Bereich Dresden, ist es von
maßgebender Bedeutung, in welcher Art und Weise die Schalung und deren Einsatz
vorbereitet und explizit auf die Baustelle abgestimmt wird. „Sogar für die
bauseits auszuführenden Arbeiten kamen von NOE Cottbus eigens angefertigte
Zeichnungen und Pläne“, lobt Bauleiter Martin Jahn. Umgekehrt war es für die
Schalungstechniker der NOE Niederlassung Cottbus von Anfang an klar, dass nur
dieses durchdachte Schalungskonzept inklusive der entsprechenden Logistik zum
Erfolg führen konnte.
Ein neues altes System
Die auf dieser Baustelle eingesetzte NOE Trägerschalung ist eine
speziell für den Einsatz im Ingenieur- und Industriebau neu entwickelte
Trägerschalung. Sie baut auf einem bewährten Gurtungssystem aus Stahl aus dem
NOE Baukasten auf. Diese neue Trägerschalung ist sozusagen der „Running
Gag“ auf der Baustelle, der sich vom Anfang bis zum Ende des Durchlassbauwerkes
durchzieht. Lediglich für das Betonieren der Sohlen bis auf Höhen von 1,40 m
setzte man rund 140 m² Rahmenschalung NOEtop ein, die sich mit der
integrierten Gurtung und ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten letztlich auch bei
den Wänden des nachgezogenen Anpassungsbauwerkes bewährte.
Mit rund 1.570 m²
NOE Trägerschalung deckte die Arge quasi alle geraden, lotrechten und geneigten
Wandbauteile des Gewässerdurchlasses ab. Je nach Elementabmessung und
Ankerabstand kann der Frischbetondruck zwischen 50 kN/m² und 80 kN/m²
liegen.
Die Schalelemente in Breiten von 100 cm bis 300 cm (im Raster von 25
cm) und in Höhen von 210, 340, 400, 500 und 600 cm waren schon in der
Angebotsphase ein entscheidender Vorteil angesichts der doch etwas eigenwilligen
Bauwerkskonturen. Bauseitige Anfütterungen, Restflächenausgleiche o. ä.
konnten auf ein Minimum reduziert und alle Wandhöhen bis 9 m mit nur
max. einer Aufstockung abgedeckt werden. Im Zweifelsfall konnten auch bei
besonderen Randbedingungen, um etwa mit der Schalung unter der Decke zu bleiben,
die Standardelemente ganz einfach durch Anschluss- und Aufstocklaschen aus
Standardmaterial horizontal und vertikal angepasst werden.
Für die vielen
Sonderfälle auf dieser Baustelle wurden in Abstimmung mit der Bauleitung diverse
Sonderteile z.B. für Elementverbindungen gefertigt, in der Praxis getestet und
nach eventuellen Anpassungen als Standardteil für folgende Bauvorhaben ins
Programm dieser neuen NOE Trägerschalung aufgenommen. Der kompletten
Baustellenbelegschaft, die sich damit auch in den Dienst der Entwicklungsarbeit
gestellt hat, gilt dafür ein Riesenkompliment.
Auch für die Übergänge der
geneigten zu den lotrechten Wänden wurden diverse Sonderecken gefertigt,
die mit Standardverbindungsteilen passgenau an die Regelwandschalung
angeschlossen wurden. Für die Abschalungen der Dehnfugen im Wand- und
Deckenbereich wurden ebenfalls Sonderelemente aus Standardteilen im Werk
vorgefertigt. Zur Schalung des ca. 20 m hohen und sich allseitig nach oben
verjüngenden Bedienturms wurden sämtliche Elemente im Werk vorbereitet:
z. B. die Anfütterungen für den Neigungsausgleich sowie die Anordnung
sämtlicher Spannlöcher, die sich bei der Außenschalung mit der sich nach oben
verjüngenden Wandkubatur bei jedem Abschnitt ändern. Der Schalungskern mit einem
Querschnitt 3 x 3 m bei 5 m Höhe und einem Gesamtgewicht von ca. 3.700 kg blieb
für alle drei Bauabschnitte konstant und konnte durch den Einsatz erstmals
eingesetzter Ausschalbleche mit Schachtspindeln komplett gezogen werden.
Mit
rund 24 lfm NOE Arbeitsbühne AB 300 war der Bedienturm auch komplett eingerüstet
und bot so den Bauarbeitern in jeder Situation die notwendige Rückendeckung. Das
lässt keine Unsicherheit aufkommen und ist Voraussetzung, um eine
hundertprozentige Leistung zu bringen. Nur wer sich sicher fühlt, kann schnell
und konzentriert arbeiten, sagt man in der Bauleitung.
Ein positiver Abschluss
Die umfassende Betreuung der Baustelle durch die NOE-Schaltechnik mit
Arbeitsvorbereitung und Schalungsplanung sowie der ständige Dialog mit der
Bauleitung lassen letztlich die Vorstellung der Planungsgesellschaft HRB
Rennersdorf und des Projektträgers, der Landestalsperrenverwaltung des
Freistaates Sachsen, Realität werden. Und auch das Resümee von Bau- und
Projektleiter Dipl.-Ing. (FH) Martin Jahn und Polier André Beyer lässt den
Schluss zu, dass nicht unbedingt nur der Zweck die Mittel heiligt, sondern in
erster Linie die richtige Wahl des Schalungspartners zum Erfolg führt. „Vor
allem das Schalungs-Management, wie Einsatzzeiten, Abstimmung und Ausarbeitung
von Takt- und Schalplänen, hat hier prima funktioniert“, wie die beiden unisono
bestätigen. Letztlich waren sich die Ed. Züblin AG und der Schalungslieferant
einig, dass es sich bei diesem Bauvorhaben zwar um kein überaus spektakuläres
Bauwerk, jedoch um eine sehr anspruchsvolle Bauaufgabe handelte. Nicht zuletzt,
weil sich auch hier der Teufel wieder im Detail versteckte.
Beide Seiten
überließen deshalb auch nichts dem Zufall. Von der Abschalung der Dehnfugen im
Gründungsbereich über den Bau des Durchlassbauwerkes bis zur Rundschalung für
die gekrümmte Flügelwand gab es keinerlei Informationsverluste. Von der
Erstellung des Angebots über die Vergabe, die technische Bearbeitung und die
Koordination bis hin zur Abrechnung lief alles „über einen Tisch“ – und das war
der Schlüssel für den Erfolg dieses ersten und größten Teiles der Baumaßnahme!

Die auf dieser Baustelle eingesetzte NOE Trägerschalung ist eine speziell
für den Einsatz im Ingenieur- und Industriebau neu entwickelte und extrem
anpassungsfähige Trägerschalung, die sich von Anfang bis Ende des Bauwerkes
durchzieht.

Die Schalelemente in Breiten von 100 cm bis 300 cm (im Raster von 25 cm)
und in Höhen von 210, 340, 400, 500 und 600 cm waren schon in der Angebotsphase
ein entscheidender Vorteil angesichts der doch etwas eigenwilligen
Bauwerkskonturen.

Für das Betonieren der Sohlen bis auf Höhen von 1,40 m setzte man rund
140 m² NOEtop Rahmenschalung ein, die sich mit der integrierten Gurtung und
ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten letztlich auch bei den Wänden des
nachgezogenen Anpassungsbauwerkes bewährte.
Der
Schalungskern mit einem Querschnitt von 3 x 3 m bei 5 m Höhe und einem
Gesamtgewicht von ca. 3.700 kg blieb für alle drei Bauabschnitte konstant und
konnte durch den Einsatz erstmals eingesetzter Ausschalbleche mit
Schachtspindeln komplett gezogen werden.

Mit rund 24 lfm NOE Arbeitsbühne AB 300 war der Bedienturm komplett
eingerüstet und bot so den Bauarbeitern in jeder Situation die notwendige
Rückendeckung. Das lässt keine Unsicherheit aufkommen und ist Voraussetzung, um
eine hundertprozentige Leistung zu bringen.