
Der einfache durchdachte Aufbau der NOE H 20 Trägerschalung macht
das Arbeiten auf der Baustelle schnell und einfach.
NOE H 20 Trägerschalung überzeugt bei der Erweiterung des
Heimatmuseums Erding
Ein moderner Anbau erweitert die räumlichen Gegebenheiten des Museums in
Erding; der Neubau schließt mit einem kleinen Abstand an das
denkmalgeschützte Bestandsgebäude an. Sein charakteristisches Merkmal ist die
schräg nach innen geneigte Ostfassade in Sichtbetonqualität – eine besondere
Herausforderung für das ausführende Bauunternehmen.
Das 1856 von Anton Bachmair gegründete Heimatmuseum in Erding zählt zu den
ältesten kommunalen Museen Bayerns. Seit 1985 ist die Sammlung im sogenannten
Antoniusheim in der Prielmayrstraße untergebracht. Das Gebäude, das schon auf
einem Kupferstich aus dem Jahre 1723 auszumachen ist, wird in der
Denkmalschutzliste als Gebäude mit besonderer Bedeutung geführt. Durch den
planmäßigen und systematischen Aufbau der Sammlung ist der Bestand des
Städtischen Heimatmuseums auf mittlerweile über 26.000 Objekte angewachsen.
Diesem Umfang waren die im Antoniusheim zur Verfügung stehenden, rund
1000 m² Nutzfläche schon seit geraumer Zeit nicht mehr angemessen. Der vom
Stadtrat beschlossene Erweiterungsbau sollte neben Ausstellungs- und
Depotflächen auch Büro- und Veranstaltungsräume beherbergen sowie ein Foyer mit
Museumscafé.
Entwurfskonzept
Der nun realisierte Entwurf ist das Ergebnis eines Gutachter-Wettbewerbs. Das
Architekturbüro Walbrunn überzeugte die Jury mit einem auf Abstand vor das
Antoniusheim gesetzten Baukörper, dessen schräg geneigte Ostfassade dem Gebäude
seine spannungsvolle Geometrie verleiht und zugleich den durch einen
Vorgängerbau definierten Bauraum zur Grundstücksgrenze hin optimal nutzt.
Die Schnittstelle zwischen Altbau und Erweiterungsbau wird über die gesamte
Gebäudelänge als verglaste Fuge überdacht und dadurch nochmals betont. Darunter,
und zwar auf der Südseite des Ensembles, ist der neue Hauptzugang angeordnet,
sodass Besucher beim Betreten des Foyers die Zäsur zwischen Alt- und Neubau ganz
bewusst wahrnehmen.
Zwei Baukörper, ein Museum
Während die Kellerdecke vollständig an den Bestand herangeführt ist, verläuft
die Decke des Erdgeschosses um 5 bis zu 8 Meter zurückversetzt und bildet so das
zweigeschossige, lichtdurchflutete Foyer. Es beherbergt den Kassenbereich
mit Museumsshop und bietet Möglichkeit für eine Cafeteria. Unmittelbar aus dem
Foyer heraus entwickelt sich der stützenfreie Bereich für Wechselausstellungen,
was die großzügige Raumgestaltung insgesamt betont. Über eine Treppe oder
mittels Aufzug gelangen die Besucher in den oberen Ausstellungsbereich, von wo
aus zwei filigrane Stege den Luftraum zum Altbau überbrücken.
Schräge Fassade
Charakteristisches Merkmal des Erweiterungsbaus ist die um 19 Grad nach innen
geneigte Ostfassade, die – wie nahezu alle übrigen neu erstellten Wände auch –
in Sichtbeton hergestellt werden sollte. Ein weiteres Highlight des
Entwurfs ist das in der schrägen Ostfassade anstelle konventioneller
Fensteröffnungen ausgebildete Oberlicht. Hierzu wurde der mittlere Wandteil im
EG senkrecht hochgezogen und erst ab der Decke zum ersten Obergeschoss als
schräge Fassade weitergeführt. Durch den so entstehenden Lichtschlitz fällt die
Morgensonne wohldosiert in den Innenraum.
Schalungssystem
Zur Ausführung der Rohbauarbeiten entschied sich das beauftragte Unternehmen,
die Firma Neumayer Bauteam GmbH, Taufkirchen/Vils, für den Einsatz der NOE H 20
Trägerschalung. Gegenüber der Rahmenschalung zeichnet sich die für den
Ingenieur- und Industriebau entwickelte Systemschalung durch geringere Maße und
großflächige Elementabmessungen aus, dadurch kann sie auf der Baustelle schnell
und kostengünstig umgesetzt werden. Je nach Anwendungsfall werden die Elemente
zug- und druckfest mit Stoß-, Eck-, Gelenk- respektive Ausgleichslaschen mit
Spannkeillaschen verbunden bzw. verspannt. Die Schalelemente sind standardmäßig
in Breiten von 100 cm bis 300 cm (im Raster von 25 cm) und Höhen von 340
cm, 400 cm, 500 cm und 600 cm verfügbar, welche durch Aufstockelemente mit 50 cm
und 210 cm Höhe ergänzt werden können. Durch die Verschraubung der
Belagträger mit der Gurtung ist das System extrem stabil und
verwindungssteif.
Detaillierte Schalpläne
Für das Museum Erding waren Wände mit einer Höhe von 300 cm und bis zu 450 cm
geplant – das Schalungs- und Spannbild hatten die Architekten in Abstimmung mit
den Anwendungstechnikern von NOE entwickelt. Deshalb wurden die rund 200 m²
Mietschalung in 200 cm Elementbreite auf der Baustelle zusätzlich mit einer von
hinten verschraubten Vorsatzschalung belegt. »Die Schalpläne«, so
Geschäftsführer Gottfried Schraufstetter, der zum ersten Mal ein Schalsystem von
NOE verwendete, »waren so detailliert, dass wir ohne weiteres danach arbeiten
konnten«. Weil die NOE H 20 Trägerschalung auf bekannten Elementen aufbaut, ist
ein Umdenken auf der Baustelle nicht erforderlich.
Um die Schalungstafeln
für die geneigte Ostfassade nach dem Einschwenken mit dem Kran in die richtige
Position zu bringen, wurden sie auf einen zimmermannsmäßig vorgefertigten Keil
gesetzt. In die Außenwand ist eine Wandheizung zur Heizungsunterstützung
eingebaut, die in die Bewehrung eingebunden ist. Deshalb war beim Einschalen und
beim Betonieren besondere Sorgfalt angesagt, weil die Heizung nicht beschädigt
werden durfte.
Die NOE H 20 Trägerschalung spielt ihre besonderen Vorzüge
gegenüber einer Rahmenschalung insbesondere dann aus, wenn es darum geht,
komplexe Geometrien wie vertikal geneigte oder nicht im rechten Winkel
anschließende Wände herzustellen. Auch die geplanten Schalungsbilder der
hochwertigen Oberflächen aus Sichtbeton ließen sich mit der NOE H 20
Trägerschalung optimal realisieren. Die hierfür erforderliche detaillierte Vor-
und Ausführungsplanung wurde in intensiver Zusammenarbeit von Architekt,
Bauunternehmer und der Anwendungstechnik von NOE geleistet. Das Ergebnis kann
sich sehen lassen: der Sichtbeton bester Qualität zeugt vom konstruktiven
Miteinander aller Beteiligten.
Bautafel
Bauherr: Stadt Erding, 85435
Erding
Architekten: Walbrunn Architekten, 85461
Bockhorn
Bauunternehmer: Neumayer Bauteam GmbH, 84416
Taufkirchen/Vils
Betonwerk: BLG-Beton, 81667 München

Fast alle Wände des Erweiterungsbaus für das Heimatmuseum Erding sind als
Sichtbetonwände ausgeführt. Eine Aufgabe die mit der NOE H 20 Trägerschalung
sehr gut gelöst wurde.

Charakteristisches Merkmal des Erweiterungsbaus ist die um 19 Grad nach
innen geneigte Ostfassade. Hier überzeugte die NOE H 20 Trägerschalung durch ihr
baustellengerechtes Breiten- und Höhenraster.

Vorgefertigte Keile erleichterten bei der geneigten Außenwand das
Einschalen der Außenschalung.

Um optimale Sichtbetonflächen zu erreichen, wurde auf die NOE H 20
Trägerschalung eine von hinten verschraubte Vorsatzschalung aufgebracht.