Autobahnkreuz Neufahrn
Autobahnkreuz mit Overfly
Direktanbindung in 15 Meter Höhe
Das Autobahnkreuz Neufahrn im oberbayerischen Landkreis Freising verbindet die A 9 Nürnberg–München mit der A 92 von Deggendorf über den Franz-Josef-Strauß-Flughafen nach München. Seit langem schon sorgt der in Form eines zweispurigen Kleeblatts ausgebildete Verkehrsknotenpunkt für Staus und Behinderungen. Ein spektakulärer „Overfly“ soll die aufgrund des auch künftig wachsenden Verkehrsaufkommens problematische Engstelle nun entschärfen. Als völlig unproblematisch dagegen erwies sich die Arbeit mit dem Schalsystem aus dem Hause NOE. Insbesondere die standardmäßig verfügbaren 135° Ecken haben den Aufbau der Widerlager erheblich erleichtert.
Werden derzeit täglich rund 25.000 Fahrzeugbewegungen gezählt,
so rechnet die Autobahndirektion schon in naher Zukunft mit einem
Verkehrsaufkommen von rund 38.000 Bewegungen täglich. Die
bestehende Rampe von der A 92 vom Flughafen kommend auf die A 9 in
Richtung München ist für diese Verkehrsdichte bei weitem nicht
ausgelegt: das zweispurige Kleeblatt verengt sich im Verlauf
zusehends, die Geschwindigkeit ist auf 40 km/h beschränkt.
Kernstück des derzeitigen Ausbaus ist der so genannte Overfly, eine
circa 3,7 km lange, zweispurige Direktverbindung, die den Verkehr
von der A 92 unmittelbar auf die A 9 in Richtung München bringt. In
mehreren Spannbeton-Brücken wird der Overfly wird in einer Höhe von
bis zu 15 m über das bestehende Kreuz Neufahrn hinweg geführt.
Massive Widerlager leiten die Belastungen über Bohrpfähle in den
Untergrund. Einschließlich der rund 1 m dicken Fundamentplatte
flossen allein in die Widerlager der drei Brücken rund 2.500 m3
Beton – 600 m3 davon in das als ein Bauteil hergestellte
Widerlager Achse 30.
Großelemente machen das Rennen
Mit der Ausführung der Arbeiten ist die Bauunternehmung Xaver Riebel, Mindelheim beauftragt. Riebel verfügt über einen gut bestückten firmeneigenen Bauhof mit entsprechenden Schalungen. Trotzdem wurde zum Betonieren der Pfeiler, Stützwände und Widerlager des Overfly eine Mietschalung ausgeschrieben. Die Entscheidung fiel zugunsten der NOEtop Rahmenschalung mit integrierter Gurtung. Zum einen überzeugt sie mit Großelementen von 2,65 x 5,30 m. Zum anderen gewährleisten einfache Tafelstöße und nur ein Verbindungsmittel, auch für Ecken und Aufstockungen, einen geringen Aufwand bei der Handhabung. Ein Umdenken auf der Baustelle ist nicht erforderlich. Dank der integrierten Gurtung wird aus der NOEtop eine Trägerschalung. Sie ermöglicht eine saubere vertikale und/oder horizontale Anbindung der Elemente. Die Befestigung erfolgt nur mit dem NOE Toplock – eine zusätzliche Verschraubung erübrigt sich.
Starre Ecken erleichtern den Aufbau
Speziell für die Eckausbildung bietet NOE verstellbare und
starre Außen- und Innenecken sowie 90°- und 135°-Ecken, die den
Aufbau des Widerlagers ganz erheblich erleichtert haben.
Insbesondere die Bereiche hinter den Rucksäcken ließen sich mit
den starren 135° Ecken einfach und zügig ausbilden. Der
entscheidende Vorteil des durchdachten Schalsystems: Es ist
möglich, schräg durch die Tafeln zu verspannen. Hierfür ist
lediglich eine zusätzliche Bohrung erforderlich.
Die Schalung wurde von den Anwendungstechnikern im Hause NOE so
zusammengestellt, dass zur Herstellung der Pfeiler, Stützwände und
Widerlager das gleiche Schalmaterial verwendet werden konnte. Die
Betonier-Reihenfolge ergab sich aus der Höhe der Bauwerke –
begonnen wurde mit dem größten Bauteil, dem Widerlager Achse
30.
Die Masse macht’s
Das mit 10,60 m höchste Widerlager Achse 30 wurde mit zwei
übereinander angeordneten Großelementen NOEtop, mittels NOE Toplock
und Gurtschienen verbunden, geschalt. Die Flügelwände entwickeln
sich über eine Länge von 17,50 m. Im Bereich der Widerlagerecken
Flügelwand zu Auflagerbank kamen NOEtop Großelemente mit
integrierter Gurtung zum Einsatz. Dadurch konnten die Schalzeiten
erheblich reduziert werden, denn bei Verwendung der NOEtop mit
integrierter Gurtung ist es nicht notwendig, kleine Elemente mit
Kantholzausgleich einzusetzen und zusätzlich mit Gurtungen zu
verbinden. Das Betonieren des Widerlagers Achse 30 erfolgte in
einem Guss. Insgesamt 600 m3 Beton wurde dabei verarbeitet.
Ein Bauteil dieser Größenordnung ist auch für einen erfahrenen
Polier wie Günther Frehner eine nicht alltägliche Angelegenheit.
„Etwa 10 Stunden dauerte es, bis wir über die beiden Pumpen den
Beton eingebracht hatten“, sagt er. Trotz des strengen Winters
waren die Unterbauten aller drei Brücken, angefangen von den
Bohrpfählen über die Fundamente bis hin zu den Widerlagern nach gut
acht Wochen abgeschlossen.
NOEtop – die effizientere Lösung
„Brückenbauwerke“, so Dipl.-Ing. Bernd Würschinger, „haben wir bislang fast ausschließlich mit Trägerschalungen ausgeführt. Nun wissen wir, dass die NOEtop Rahmenschalung für Sonderanwendungen und komplexe Brücken wie in Neufahrn sogar die wirtschaftlichere und effizientere Lösung ist.“
Bautafel:
- Bauherr:
Autobahndirektion Südbayern, München - Ausführendes Bauunternehmen:
Xaver Riebel, Mindelheim





