NOE Schaltechnik, 06.04.2011
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Titel:Taktschiebebruecke Skope

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Anpassungsfähige Großflächenschalung für verschiedene Querschnitte

Elegant schwingt sich die Doppel-Taktschiebe­brücke auf einer Länge von rund 560 m im Bogen über den Fluss Rižana in Slowenien.

Doppel-Taktschiebebrücke in Skope, Slowenien

Die Großflächenschalung für einen Brückenhohlkasten haben die NOE Schalungstechniker in Abstimmung mit der slowenischen Baufirma CMC so variabel konzipiert, dass nun schon die vierte Brücke mit ein und demselben Schalungskonzept als Doppel-Takt­schiebe­brücke gebaut werden konnte.

Im Verlauf der Autobahn A10 zwischen Koper und Lendava (Slowenien), im Streckenabschnitt Klanec – Gabelung Srmin, spannt sich das Viadukt „6-5 Bivje“ bei Strmin über den Fluss Rižana, so sieht es die Planung vor. Aber nicht in schwindelnder Höhe und die Gegend dominierend, sondern geduckt und sich der Landschaft anpassend führt sie in Höhen zwischen neun und fünfzehn Metern auf einer Länge von rund 560 m elegant im Bogen mit einem Radius 700 m über den Einschnitt.
Und wie schon im bisherigen Verlauf der A10 sieht auch hier die Planung eine Doppel-Taktschiebebrücke vor. Quasi zwei Brücken bzw. zwei Überbauten nebeneinander mit Längen von 549 m (links) bzw. 560 m (rechts), die im Wechsel betoniert und in je 28 Takten verschoben werden. Regelspannweiten von 41,50 m dominieren den Verlauf der Brücke, lediglich die Spannweiten bei der Überquerung der Rižana weichen mit 70,00 m von dieser Regel ab. Zwei stählerne Vorbaubauschnäbel mit einer Länge von je 30 m führt die einzelnen Takte über die insgesamt vierzehn Stützenpaare bis zum Widerlager.
Die einzelnen Spannweiten:
(links) 29,68 + 10 x 41,06 + 69,25 + 39,75 = 536,36 m;
(rechts) 30,29 + 10 x 41,90 + 70,68 + 49,39 = 549,10 m;
Die Stützpfeiler stehen auf bis zu 25 m langen Bohrpfählen (Ø 1,18 m), die bis zu 4,0 m in den tragfähigen Mergel einbinden. Auch die Hilfsstützen in Ufernähe für den Verschub über den Fluss sind auf Bohrpfählen gegründet, werden jedoch nach der Bauphase wieder abgebrochen.
Etwas außergewöhnlich bei diesem Einsatz ist der parallele Bau respektive der Verschub zweier Überbauten nebeneinander, eben die Doppel-Taktschiebebrücke: Ein Takt mit 21 m links, ein Takt mit 21 m rechts betoniert; an einem Tag links geschoben, am nächsten rechts geschoben, mit einem Abstand von lediglich 0,80 m zwischen den beiden Überbauten.

Die Schalung außen und innen

Eine Großflächenschalung mit Combi 20-Trägern aus Stahl war die Basis für die Arbeiten im Schalungskeller bzw. den beiden Schalungskellern der Doppel-Taktschiebebrücke in Slowenien. Nichts Aufregendes eigentlich. Aber die NOE- Schalungstechniker haben die Großflächenschalung für außen und innen so pfiffig und so variabel konzipiert, dass sie für verschiedenste Brückenquerschnitte taugt. Durch einfaches Verlängern oder Verkürzen von Profilen und Gurtungen aus dem NOE-Schalungsbaukasten lassen sich die Querschnitte variieren. Und für diese Konzeption spricht auch, dass die Schalung mit der Firma CM Celje im Zuge der Autobahn Lubljana-Celje inzwischen ihren vierten Einsatz, sprich die vierte Taktschiebebrücke erlebt. Schon für das erste Viadukt „Lešnica“ als anpassungsfähige und erweiterbare Schalung eingeplant und gekauft, hat CM Celje auch die nächsten Viadukte damit gebaut und zwischenzeitlich diese Schalung durch Zukäufe entsprechend ergänzt.

Das Konzept

Zum einfacheren Start betonierte man als erstes den Querschnittsboden, die Sohle, mit einem kleinen Wandanfänger, dann die aufgehenden Querschnittswände plus Fahrbahndecke und Kragplatten in einem zweiten Arbeitsgang! Mit einer Breite der Fahrbahnplatte von 14,14 m in Fahrtrichtung Ljubljana bzw. 12,79 in Fahrtrichtung Koper, einer Basisbreite von 5,00 m und einer Kastenhöhe von 3,50 m birgt der einzellige, kontinuierlich vorgespannte Hohlkasten eigentlich keine besonderen Schwierigkeiten.
Aber trotz der sich ständig verändernden Querschnitte ist auch das Ein- und Ausschalen kein großes Geheimnis, weder außen noch innen. Über Hydraulikpressen wird die Außenschalung in einem Stück mit dem Schalungsboden angehoben bzw. abgesenkt und braucht nicht verstellt zu werden. Die Innenschalung ist der springende Punkt, hier beherrschen vormontierte Schalungselemente die Szene. Mit Deckentischen und angehängten Seitenteilen ist die Innenschalung zum Verfahren „am Stück“ konzipiert: Im Betonierzustand sind die Seitenteile mit der Außenschalung verspannt, über Ausleger mit dem Deckentisch verbunden und mit Keilen druckfest gesichert. Die im Fußpunkt unterstützten Seitenteile nehmen die Vertikallasten aus dem Kragarm der Deckenschalung auf, geben andererseits durch Entfernen dieser Unterstützung beim Ausschalen die Deckenschalung in den Querschnittsecken frei. Dabei lösen die Ausleger über Spanneinheiten und Keile die Seitenteile vom Beton, diese werden über eine Spindelstrebe zusätzlich nach innen gezogen und die Innenschalung über die Mittelstützen abgesenkt. Auf eigenem Fahrwerk fährt die Schalung mit den Deckentischen aus dem betonierten Querschnitt. Je vier Schalwagen mit 5,25 m sowie je einer mit 3,50 m machen den Betoniertakt von 21 m perfekt.
Für den mehrmaligen Einsatz hat sich der Einsatz der Combi-20-Stahlträger als Längsträger für Innen- und Außenschalung in jeder Hinsicht bewährt. Das System wurde mit diesem Trägersystem in Verbindung mit dem Stahlgurtungen insgesamt stabiler. Eine Schraubverbindung zwischen Träger und Gurtung bzw. der verschraubte Trägerstoß mit VL-Schienen sind gerade bei mehrmaliger Montage und Demontage eine sichere und dauerhafte Verbindung. Auch beim Absenken der Schalung macht sich die dadurch erzielte größere Steifigkeit positiv bemerkbar.

Bautafel:

Projekt „Viadukt 6 – 5 Bivje“ Autobahn A 10 Koper – Lendava
Abschnitt Klanec – Gabelung Srmin
Auftraggeber:
DARS d.d., Celje
Projektant:
Ingenieurbüro Ponting d.o.o., Maribor
Ausführende Baufirma:
CMC Celje d. d., Slowenien

Eine variable Großflächenschalung mit Combi 20-Trägern aus Stahl war die Basis für die Arbeiten im Schalungskeller der Doppel-Takt­schiebebrücke.

Vormontierte Schalungselemente wie Seitenteile und Deckenelemente bzw. Deckentische werden mit Spanneinheiten und Keilen zu Innenschalungselementen verbunden und gesichert.

Durch Verlängern oder Verkürzen von Profilen und Gurtungen aus dem NOE Baukasten lassen sich die Querschnitte variieren.