
Minima, Maxima
– in Beton verewigt. Die einzelnen Lettern wurden, nachdem alle erforderlichen
Elemente hergestellt waren nachexakten Vorgaben der Architekten in die NOEplast
Schalungsmatrizen eingeschnitten.
Im Kleinen
sei das Große
Mit
NOEplast Schalungsmatrizen gestapelte Passepartouts und Bilderrahmen
in Beton nachgeahmt
Historische
Gebäudeformen und Sichtbeton zu kombinieren, erscheint auf den ersten Blick sehr
gewagt. Die Architekten des Büros Worschech, Erfurt, bewiesen jedoch, wie gut
sich der zementgebundene Baustoff in ein altehrwürdiges Ensemble integrieren
lässt. Für das Erfurter Angermuseum ließen sie mit Hilfe von NOEplast
Schalungsmatrizen der NOE-Schaltechnik, Süssen, eine Sichtbetonwand
anfertigen, deren Gestaltung die Funktion des Gebäudes auf subtile Weise
widerspiegelt.
Ursprünglich
war das Angermuseum ein Waage- und Kaufhaus, das die Mainzer Statthalter zur
Belebung der Erfurter Wirtschaft Anfang des 18. Jahrhunderts errichten ließen.
Das historisch bedeutende Bauwerk der Erfurter Altstadt erlebte eine
wechselvolle Nutzungsgeschichte, bevor es sich Ende des 19. Jahrhunderts zum
bürgerlichen Kunstmuseum entwickelte. Dies hatte jedoch zur Folge, dass die
Exponate nicht so gut aufbewahrt und präsentiert werden konnten, wie es
erforderlich gewesen wäre. Darüber hinaus machten statische Probleme, mangelnder
Brandschutz, die von Schwamm befallene Bausubstanz und die veraltete
Gebäudetechnik eine Generalsanierung dringend notwendig. Beim Umbau legten die
Architekten besonderen Wert darauf, historische Elemente aus der Entstehungszeit
frei zu legen und deren Wirkung mit modernen Ergänzungen zu
kombinieren.
Ungewöhnlicher
Wandaufbau
Das Erfurter
Angermuseum zeichnet sich durch einen Innenhof aus, um den sich Baukörper
gruppieren, die einst unterschiedliche Aufgaben erfüllten. Der Südflügel des
Gebäudekomplexes war früher ein Pferdeunterstand, der zum Innenhof hin offen
war. Im Zuge einer Umbaumaßnahme wurde er 1999 mit einer Stahlbetonwand
geschlossen. In sie waren drei große bogenförmige Fenster integriert. Heute
werden in diesen Räumlichkeiten Grafiken, Zeichnungen und Kunstdrucke
aufbewahrt, die möglichst vor Licht geschützt werden sollten. Aus diesem Grund
war es notwendig die Öffnungsstruktur zu ändern. Nach einigen Experimenten mit
unterschiedlichen Baumaterialien entschieden sich die Planer für strukturierten
Sichtbeton, dessen Oberfläche an gestapelte Passepartouts bzw. Bilderrahmen
erinnern soll. Anfänglich hatten die Mitarbeiter des Büros Worschech geplant,
die 33 m lange und 12 m hohe Wand vor Ort fertigen zu lassen. Doch schwierige
Standortbedingungen führten dazu, dass die Planer zusammen mit dem ausführenden
Bauunternehmen Ebert Bau Berga GmbH & Co sowie mit dem Betonwerk Hoffmann
Beton GmbH, Gera, eine Alternativlösung suchten. Man entschied sich einen
unkonventionellen, mehrschichtigen Wandaufbau aus einer zusätzlichen
Dämmschicht, einer Ortbetonschicht und vorgefertigten Betonplatten, die als
Filigranelemente ausgebildet waren. Sie wurden vom Bauunternehmen Ebert Bau
aufeinander stehend an der vorhandenen Wand justiert und rückverankert. Da die
Sichtbetonelemente im Fertigteilwerk erstellt wurden, waren gute Voraussetzungen
für eine hochwertige Oberflächenqualität gegeben.
Strukturierter
Beton mit NOEplast
Die
Architekten hatten sehr konkrete Vorstellungen darüber, wie der fertige
Sichtbeton aussehen sollte. Neben der feinen Plastizität, die den gewünschten
Stapeleffekt vermittelt, musste der Beton eine samtene Oberfläche erhalten. Um
den Eindruck von Papierstapeln zu erreichen, war es wichtig, dass keine
Betonplatte der anderen glich. Aus diesem Grund wurden die Platten zum Teil um
180 Grad gedreht montiert, wodurch sich die Zahl der möglichen
Elementkombinationen erheblich erhöhte.
Enge
Zusammenarbeit
Beim Entwurf
der Schalungsmatrizen arbeiteten die Planer eng mit dem NOE-Schaltechnik
zusammen. Hierfür ließen sie bei einer Erfurter Kunsttischlerei ein Holzmodell
in den Originalabmessungen herstellen. Es diente dem Süssener Matrizenhersteller
als Grundlage für die Anfertigung von drei unterschiedlichen Polyurethanmatten
mit unterschiedlichen Breiten. Manuela Schleinitz, eine der beiden beteiligten
Projektleiter des Umbaus, sagt hierzu: „NOE-Schaltechnik ging sehr gut auf
unsere Wünsche ein und fertigte die Matrizen individuell nach den gegebenen
Vorlagen.“ Zur Herstellung der Sichtbetonelemente klebten die Mitarbeiter des
Fertigteilwerks Hoffmann Beton GmbH die Matrizen mit der strukturierten Fläche
nach oben in eine Schalung, behandelten sie mit Trennmittel und füllten den
Beton ein. NOE-Schaltechnik bietet dazu ein spezielles Trennmittel an, das die
Oberfläche der Matrizen schont und gewährleistet, dass sich der Beton
einwandfrei löst. Dies ist bei den Sichtbetonflächen, die mit Hilfe von
Schalungsmatrizen hergestellt werden, zwingend notwendig, um eine einwandfreie
Oberfläche und präzise Kanten zu ermöglichen. Nachdem die Kunststoffform vom
Beton gelöst wurde, muss der Verarbeiter sie nur noch reinigen, und fertig ist
sie für einen neuen Einsatz. Je nachdem wie gut die Matrize gepflegt wird,
kann die NOEplast Schalungsmatrize bis zu 100 Mal verwendet werden. Das
Glasfaser Trägergewebe macht sie besonders widerstandsfähig gegen die
mechanischen Belastungen des Baualltags.
In Beton
verewigt
Die
Architekten hatten sich beim Angermuseum noch eine weitere Raffinesse einfallen
lassen. Nachdem alle erforderlichen Betonelemente hergestellt waren,
modifizierten sie die Platten, indem sie einzelne Lettern ausschneiden ließen.
So konnten die Worte „Minima Maxima“ im Beton verewigt werden. Sie sagen aus,
dass im Kleinen das Große sei. Eine Wahrheit, die auch auf Schalungsmatrizen
zutrifft: Da der Verarbeiter die Matrize mehrfach verwenden kann, ist es
möglich, mit einer einzigen Kunststoffmatte mehrere hundert Quadratmeter
strukturierten Beton zu fertigen.
Bautafel:
Bauherr:
Landeshauptstadt
Erfurt
Anger 18, 99084 Erfurt
www.erfurt.de
Architekt:
WPA Worschech
Partner Architekten
Fischersand ¾, 99084 Erfurt
www.worschecharchitects.com
Generalunternehmer:
Ebert Bau
Berga GmbH & Co. KG
Robert-Guezou-Straße 27
07980 Berga/Elster
www.ebert-bau-berga.de
Betonwerk:
Hoffmann Beton
GmbH
Linienstraße 11, 07552 Gera

Für den Südflügel des Angermuseums ist eine neue Nutzung vorgesehen. Diese macht es notwendig, die Öffnungsstruktur des Südflügels zu ändern.

Strukturierter Sichtbeton dessen Oberfläche an Passepartouts und Bilderrahmen erinnert soll auf subtile Weise die Funktion des Gebäudes widerspiegeln.

Konkrete Vorstellungen hatten die Architekten wie der Sichtbeton aussehen sollte. Neben einer feinen Plastizität sollte der Beton eine samtene Oberfläche erhalten.

Strukturierter
Sichtbeton dessen Oberfläche an Passepartouts und Bilderrahmen erinnert soll auf
subtile Weise die Funktion des Gebäudes widerspiegeln.