
Elegant schwingt sich die Humboldthafen-Brücke über das Hafenbecken.
Rundschalung von NOE für eine außergewöhnliche Brücke
Mehrere hundert
NOE Ringgurt-Segmente als Kragarm-Schalung beim Bau der Humboldthafen-Brücke im
Einsatz
In Berlin‑Mitte geht's rund, im wahrsten Sinn des Wortes: Der Spreebogen zum einen mit seiner ausgeprägten Rundung um das künftige Regierungsviertel, zum anderen der Bogen der Stadtbahn im Bereich des neuen Lehrter Bahnhofes; ein wichtiger Teilbereich ist die Humboldt‑Brücke, hier sorgt die NOE Rundschalung für Furore.
Der Lehrter Bahnhof wird nach der Jahrtausendwende Berlins bedeutendster Bahnhof. Seine Funktion als zentraler Kreuzungsbahnhof, direkt im Stadtzentrum gelegen und Schnittpunkt der traditionsreichen Ost‑West‑Verbindung mit der neuen Nord‑Süd‑Achse, spiegelt sich in seiner Architektur wider: Über die oberirdische Stadtbahn erstreckt sich in Ost‑West‑Richtung eine glasüberdeckte, 430 m lange Halle, die unmittelbar in die Brücke über den Humboldthafen übergeht; zwei parallele und über die Halle hinwegreichende Bügelbauten symbolisieren die unterirdische Nord-Süd-Strecke.
Die Brücke
In ihrer Konzeption übernimmt die rund 250 m lange Brücke über den
Humboldthafen als sechsgleisige Bahnbrücke die filigrane Architektur des Lehrter
Bahnhofes. Die Brücke ist ein Entwurf von Prof. Schlaich aus Stuttgart,
entstanden in enger Zusammenarbeit mit den Architekten von Gerkan, Marg und
Partner aus Hamburg. Neben den Überbauten in Beton, den Eisenbahnfahrbahnen,
schreibt man mit der unterstützenden Konstruktion Baugeschichte: Weltweit kommt
erstmals eine geschweißte Kombination aus gegossenem und gewalztem Stahl zum
Einsatz. Nahtlos gewalzte Stahlrohre werden mit den Gußknoten
verschweißt, die Bogenlager sind zum Zweck der Wartung auswechselbar.
Das besondere an den Überbauten aus Beton ist zum einen die trompetenförmige
Aufweitung von Ost nach West (siehe Abbildung 6), zum anderen der
Querschnitt der einzelnen Tragwerke, der sich aus Kragarmen mit
bogenförmiger Untersicht und Korbbögen zusammensetzt. Es geht los im
Vorland des Alexanderufers mit einer zweifeldrigen Brücke, ca. 50 m lang und aus
3 Tragwerken nebeneinander (Breite ca. 39 m) bestehend, die sich dann gen Westen
über ca. 200 m aufweiten auf 4 Tragwerke mit sieben Feldern und einer
Gesamtbreite von 66 m; jedes Tragwerk bildet quasi eine eigene Brücke. Dabei
werden die Fahrbahnplatten in Abschnitten von max. 50 m betoniert.
Die Schalung
NOE‑Schaltechnik liefert dafür die
Kragarm‑Fahrbahnschalungen: In Einzelteilen kommen Sie
als gerundete Elemente von ca. 3,0 m Baulänge fix und fertig vormontiert auf die
Baustelle, wo Sie auf dem Lehrgerüst miteinander verspannt werden, wobei die
doppelte Menge an Schalung vorgehalten wird. Verschiedene Fahrbahnbreiten mit
unterschiedlichen Auskragungen sind dabei zu berücksichtigen. Systemschalungen
aus dem NOE Baukasten sind auch hier wieder die Basis für Fahrbahnplatten
mit verschieden großen Auskragungen: Elemente aus der Rundschalung mit
Ringgurten und Holzaufdoppelungen, eine Kombination aus Ringgurtelementen plus
Spindelstreben, die sich auf Combi 20‑Jochträger stützen. Das ganze mit
justierbarer Längsabschalung, wenn nötig auch mit Geländeraufstockung und je
nach Bedarf umsetzbar. Selbst aufwendige Aussparungen oder Einschnitte werden
mit Systemschalungen ausgeführt.
Der wesentliche Vorteil der NOE
Schalung ist für Bauleiter Dipl.-Ing. Georg Gabler von der Porr
Technobau Berlin GmbH, daß man mit lediglich 3 Typen von Kragarmschalung
sämtliche Kragarmelemente einschalen kann. Wegen eines sich immer wieder
verändernden Längs‑ und Quergefälles verwinden sich die Brücken in sich, es gibt
keinen gleichbleibenden Querschnitt, die Schalung muß für jeden Einsatz neu
eingestellt werden.
Der Stegquerschnitt ist relativ "dünn" bei einer Höhe
von nur 1,70 m, übergehend in Korbbögen, die von Porr Technobau etwas
vereinfacht und mit gleichbleibenden Radien versehen wurden. Der mittlere
Bereich des Brückenquerschnittes, die "Tonnen" von 1,0 m Höhe, werden von
der Porr Technobau zimmermannsmäßig geschalt.
Die Schalhaut hat wegen der
unterschiedlichen Radien unterschiedliche Stärken. Bei besonders engen
Radien wird auch einmal auf eine Sparbrettschalung, im Extremfall auch auf 2 mm
starke Glasfaserplatten zurückgegriffen. NOE Combi 10‑, NOE H20‑Träger oder
NOE Combi 20Träger, je nach statischen Erfordernissen, werden in
Längsrichtung als Belagträger eingesetzt.
Auch bei den verschiedenen
Pfeilerfundamente kamen die Systemschalungen zum Einsatz. Bandeisenspanner
und Fundamentklemme machten es auch auf dem Berliner Sandboden möglich, die
Schaltafeln zugfest untereinander zu verbinden, rasterfrei und ohne lange
Ankerstäbe, ohne Sprieße und ohne zusätzliche Abstützung. Die Verspannung
erfolgt über und unter der Schalung!

Das besondere an der rund 250 m langen Brücke über den Humboldthafen ist zum einen die trompetenförmige Aufweitung von Ost nach West (im Hintergrund der alte Lehrter Stadtbahnhof), zum anderen der Querschnitt der einzelnen Tragwerke, der sich aus Kragarmen mit bogenförmiger Untersicht und Korbbögen zusammensetzt.

Systemschalungen aus dem NOE Baukasten sind Basis für die Fahrbahnplatten mit verschieden großen Auskragungen: Elemente aus der Rundschalung mit Ringgurten und Holzaufdoppelungen, eine Kombination aus Ringgurtelementen plus Spindelstreben, die sich auf Jochträger aus NOE Combi 20-Schienen stützen.

NOE-Schaltechnik liefert die Kragarm-Fahrbahnen: In Einzelteilen kommen Sie als gerundete Elemente von ca. 3,0 m Baulänge fix und fertig vormontiert auf die Baustelle, wo Sie auf dem Lehrgerüst miteinander verspannt werden.

Schwere Lastspindeln stützen sich auf NOE Combi 20-Doppelträger oder Jochträger ab, die auf den vorgegebenen Lehrgerüstpunkten aufliegen.

Das Bauwerk gliedert sich in 7 einzelne Brücken. Erstellt wird es jeweils von Nord nach Süd. Zuerst die Brücken E, F, G. Danach ebenfalls abschnittsweise die Brücken A, B, C, D. Während die Brücken E, F und G schlaff bewehrt sind, werden die Brücken A, B, C und D vorgespannt.