
Alles in einem: Absturzsicherung am Deckenrand, Deckenabschalung sowie
Stütze und Montaghalterung für die Fassaden-Fertigteile.
NOE Fassadenschalung- und NOE Fallkopf-Deckenschalung
Der Teufel steckt im Detail
Enge Termine und knapp kalkulierte Preise sind das tägliche Brot für
einen Bauleiter. Um den Neubau des Technikums – Reinraum Institut für Physik der
TU Chemnitz trotzdem wirtschaftlich vernünftig und technisch überzeugend
auszuführen, bot sich für die Steinle Bau, Oschatz neben den gängigen NOE
Schalsystemen vor allem die Kombination von Fallkopfdecken- und Fassadenschalung
von NOE an.
Chemnitzer Innovationen haben Tradition. Seit mehr als 160 Jahren wird hier
gelehrt und geforscht und mit der "Königlichen Gewerbeschule", der Vorläuferin
der heutigen Technischen Universität, begann damals der Aufstieg der Stadt zum
angesehenen Industriestandort. Heute bietet die Technische Universität Chemnitz
den mehr als 10.000 Studierenden ein breites Fächerspektrum und ein
interdisziplinäres Studienangebot.
Auf dem Campus wird künftig ein Neubau
das Institut für Physik mit physikalischen Labors, physikalisch-chemischen
Labors, Praktikumsräumen und Büros beherbergen; außerdem einen Reinraum (Klassen
10/100T/1000T) für das Zentrum Mikrotechnologien (ZfM). Der Reinraum
„Waferbearbeitung“ wird freistehend innerhalb des Neubaues, also baulich
abgekoppelt, errichtet. Eingeschnitten in diesen teils unterkellerten Bau sind
zusätzlich zwei unterschiedlich große Lichthöfe. Die weitere Gliederung ergibt
sich durch die unterschiedlichen Geschosse. An der Nordostecke bauen sich fünf
oberirdische Geschosse auf einer Fläche von ca. 40,00 x 18,00 m auf, der
restliche Bereich ist nur zweigeschossig. Alles in allem eine nicht ganz
einfache Kombination aus Ortbeton- und Fertigteilbauweise, geplant von der
Rohdecan GmbH aus Dresden und umgesetzt von der Steinle Bau aus Oschatz.
Der Teufel steckt im Detail
Obwohl es sich auf den ersten Blick nur um eine „viereckige Kiste“ mit 106 m
Länge und einer Breite von 43 m handelt, war die Aufgabe sowohl für die Baufirma
als auch für den Schalungslieferanten äußerst anspruchsvoll, weil der Teufel
bekanntlich im Detail steckt. So waren z. B. im Bereich der Fassaden 16 bzw. 25
cm starke Unterzugs- und Brüstungsfertigteile mit eingelegter Anschlussbewehrung
für die Decken mit Längen in der Regel von 6,60 m, im Einzelfall aber bis
zu 7,50 m und Einzelgewichten von bis zu ca. 10,5 Tonnen, mit in die
Baukonstruktion einzuplanen. Rund 950 lfm Fertigteile waren so mit der NOE
Fassadenschalung abzustützen und in die Fassade zu integrieren. Und diese
Fertigteile ragen teilweise mit ihren Schraubanschlüssen in die monolithischen
Wände der Treppenhäuser, folglich mussten sie also auf den Spindeln der NOE
Fassadenrüstung abgesetzt und die Randbereiche zugeschalt werden. Außerdem hatte
man noch Gleitlager in den Wänden, Schubdorne in den Dehnungsfugen und noch
vielerlei komplizierte Einzelteile.
„Die Wände in diesen Bereichen können
nicht allein stehend betoniert werden, man hat kraftschlüssige Übergänge und
deshalb brauchen wir eine Schalung, auf die wir uns voll verlassen können “,
sagte damals schon Oberbauleiter Dipl.-Ing. Helmut Höne. Seine Leute waren
generell mit der NOE Schalung schon vertraut, sie wussten mit ihr umzugehen und
man wollte deshalb keinerlei Experimente machen. Das Vertrauen in die
NOE-Schaltechnik war wie eine Rückversicherung.
Bei den Wänden war der
Sichtbeton ein beherrschendes Thema. Rund 14.400 m² Wandfläche waren insgesamt
zu schalen, davon ca. 1.500 m² in Sichtbeton SB 3 und ca. 1.380 m² in Sichtbeton
SB 4 nach einem vom Architekten vorgegeben Fugenraster in den Treppenhäusern.
Hier galt es, in Abstimmung mit dem Architekten das Fugenbild so auszuführen,
dass mit einer reduzierten Vorhaltemenge gearbeitet werden konnte. Und hier
spielte die großflächige NOE Combi 20 Trägerschalung mit dem speziellen
Gurtsystem wieder ihre Vorteile aus, praktisch stufenlos verstellen zu können.
„Normale“ Schalungsecken einzuplanen ging nicht, wegen des Fugenbildes, also
haben die Schalungstechniker von NOE Cottbus eben den Stoß genau in die Ecke
verschoben – mit der NOE Combi 20 geht das! Und die Architekten waren auch
zufrieden.
Schnell ging es schon im UG beim Einschalen der Wände, wo für die
Sichtbetonflächen SB 3 mit rd. 340 m² Rahmenschalung NOEtop in der Hauptsache
mit Großflächenelementen 2,65 x 5,30 m geschalt wurde – die Größe macht’s, nicht
die Menge! Die Qualität der Sichtbetonflächen sprach letztlich sowohl für die
Ausführung durch die Baufirma als auch für die eingesetzte Rahmenschalung. Aber
auch für Wände ohne besondere Anforderungen an die Oberfläche, für Brüstungen
und Attiken war die Rahmenschalung gefragt, rund 600 m² NOEtop bewährten sich in
verschiedenen Stückelungen, genau so wie die 150 m² NOEalu L. Sie ist als
Handschalung absolut kranunabhängig und steht für schnelles Umsetzen von Hand,
außerdem bringt sie mit dem zulässigen Betondruck von bis zu 60 kN/m²
höchste Einsatzzahlen.
Nicht die Menge macht’s
Rund 9.400 m² Flachdecken waren zum größten Teil 30 cm stark in Ortbeton und
fast „durch die Bank“ in Sichtbeton SB 3 herzustellen; zusätzlich noch rund 200
m² Podeste und Decken für die Treppenhäuser in gleicher Sichtbetonqualität. Nach
Absprache mit der Bauleitung schied der Einsatz traditioneller
H20-Deckenschalung schon von vornherein aus. Wegen des engen Terminplanes hätte
es der Vorhaltung zweier kompletter Decken bedurft. Die Geometrie des Gebäudes,
das einfachere Handling und die Kombination mit der Fassadenrüstung bzw.
Fassadenschalung von NOE-Schaltechnik sprachen für den Einsatz der NOEdeck, der
Fallkopf-Deckenschalung. Über die gesamte Bauzeit wurden ca. 650 m² dieser
Deckenschalung vorgehalten, während ca. 750 m² für zusätzliche Flächen im UG und
nochmals ca. 600 m² zur Beschleunigung der Überschneidungsbereiche im EG und
1.OG eingesetzt wurden.
Auf dieser Baustelle gab sich in diesem Zusammenhang
die NOE Fassadenschalung bzw. Fassadenrüstung dann auch mehr als Traggerüst denn
als Schalung. Ist sie doch vorrangig Stützkonstruktion, um die Fertigteile
während der Montage aufzunehmen, wenn man von ihrer Funktion als
Deckenrandschalung einmal absieht. Sie wird auf die Brüstung aufgesetzt und
besteht aus zwei Tragelementen zur Aufnahme der Fertigteile, außen starr, innen
klappbar. Im Arbeitsrhythmus lässt sich die Schalung an der schon gesetzten
Brüstung anklemmen und mit angedübelten Schrägstützen sichern, von oben wird
dann das nächste Brüstungsfertigteil aufgesetzt und fixiert. Mit dem Umsetzen
der Schalung beginnt die weitere Montage im Umkehrschluss, das heißt abklappen
der inneren Fassadenelemente, abklemmen der Brüstungsbefestigung und Ausfahren
der Fassadenschalung mit dem Kran. Gegen die vorlaufende und schon mit der
Anschlussbewehrung versehene Brüstung lässt sich nun die Decke einschalen und
betonieren – die Absturzkante ist durch das Brüstungsfertigteil gesichert; damit
spart sich der Bauleiter neben der Absturzsicherung auch die Abschalung des
Deckenrandes. Wichtig und der Sicherheit dienlich ist, dass die „Bedienung“ der
Fassadenschalung nur von der sicheren Seite aus erfolgt! Ein weiterer Vorteil:
Bis auf zwei neu entwickelte Teile werden für die Fassadenschalung
ausschließlich Bauteile aus dem NOE Baukasten verwendet. Das rechnet sich!
Dreißig dieser Doppel- sowie 5 der Einzeleinheiten in der Hauptbauzeit vom EG –
2.OG sowie zusätzlich 35 Einzeleinheiten zum Abdecken der Spitzen im 1./2.OG mit
jeweils 6,0 m Konstruktionshöhe wurden vorgehalten, um in der vorgegebenen Zeit
rd. 950 lfm Brüstungsplatten zu versetzen und die Geschossdecken dagegen zu
betonieren. Oberbauleiter Dipl.-Ing. Helmut Höne war angetan von dieser
Kombination auf der Baustelle in Chemnitz: „Der Bauablauf lässt sich mit dieser
Kombination von Fallkopf-Deckenschalung und Fassadenrüstung immens
beschleunigen. Bei den immer enger werdenden Terminen ist das eine enorme
Erleichterung.“ Und die Vorteile des Frühausschalens der Decke konnten mit ca.
1.100 Fallkopfstützen E35 zusätzlich genutzt werden. Geschwindigkeit ist
schließlich keine Hexerei!
Dienstleistung als Maß aller Dinge
Auf dieser Baustelle hieß es nicht, die Menge macht’s, hier war nur mit einem
durchdachten Schalkonzept zum Erfolg zu kommen. Deshalb erstellte die NOE
Niederlassung Cottbus schon im Vorfeld Schal- und Montagepläne mit allen
Details, um Poliere und Bauleiter bei der Arbeitsvorbereitung zu entlasten. Es
wurde nichts dem Zufall überlassen, „das könnte gerade bei Wand- und
Deckenschalungen schnell zur Materialschlacht ausarten“, war von NOE Cottbus zu
erfahren. Durch einen entsprechenden Planvorlauf konnten rechtzeitig
Schalungsspitzen ermittelt und teure Ergänzungslieferungen verhindert werden.
Alle Schalungsparameter wurden detailliert untersucht, Schalsysteme und genaue
Mengen erarbeitet um nicht zuletzt auch kostenintensive Zwischentransporte zu
vermeiden. Nur so waren die Vorstellungen und Vorgaben der Architekten auch
exakt umzusetzen.

Eine ideale Ergänzung zur Fassadenschalung ist die Fallkopfschalung NOEdeck,
die mit der Möglichkeit des Frühausschalens zusätzlich Zeit spart.

Praktisch stufenlos verstellbar: Die NOE Combi Trägerschalung mit dem
speziellen Gurtsystem spielt hier wieder ihre Vorteile aus.