
Die Schalung für perfekten
Kunstgenuss
Die Visualität steht auch bei dem Nytt Operahus, der neuen Oper in Oslo,
im Vordergrund. Außen und innen. Eine mit einer Fläche von rund 20.000 m² in die
Nordsee ragende Plattform mit einem scheinbar darüber schwebenden, mehrfach
gekanteten Baukörper bildet in Verbindung mit der Fassade, einer Kombination aus
Glas und weißem Naturstein, nach Fertigstellung einen reizvollen Kontrast zur
Uferbebauung.
Schon die Lage des neuen Opernhauses ist spektakulär: Teils an Land, teils
auf einer Aufschüttung in der Nordsee thronend, scheinen die überschnittenen
Dachlandschaften norwegische Gletscher und Fjorde künstlerisch in die Bucht von
Oslo projizieren zu wollen. Auch die Ausmaße sind beeindruckend: Mit einer Länge
von 207 m und einer Breite von 110 m macht der mit einem 54 m hohen Fly-Tower
gekrönte Baukörper einiges her. Rund 12.000 m² Spundwand halten die Baugrube
trocken und bis zu 55 m lange Bohrpfähle, für die etwa 28.000 Bohrmeter nötig
waren, sorgen für die Gründung dieses herausragenden Bauwerkes.
Rund 1.000
Räume bringen die Architekten in diesem neuen Osloer Opernhaus unter. Etwa 600
Personen werden dann ihren Arbeitsplatz darin finden. Die neue Osloer Oper
selbst ist in drei Elemente aufgeteilt:
Im „Front of House“ sind zwei
Theater, ein Großes Auditorium in traditioneller Hufeisenform mit 1.350
Sitzplätzen sowie ein kleines Auditorium mit 400 Sitzplätzen, untergebracht. Im
ausladenden Foyer, das beiden Theatern vorgelagert ist, soll eine riesige Wand
die Trennung zwischen Realität und schauspielerischer Fiktion symbolisieren. Und
ausladend steht nicht von ungefähr, beherbergt das Foyer neben dem großen
Eingangsbereich noch Garderoben, WC-Anlagen, Cafe, Bars sowie ein
Restaurant.
„ Back of the House“ nennt sich dann der über fünf Geschosse
gehende Bereich, das Backstage, in dem sich vor allem die Künstler und die
dienstbaren Geister hinter den Kulissen aufhalten, Garderoben, Umkleideräume,
Büros, Workshops, Produktionsflächen für Opern und Ballett sind dort zu finden.
Und das „Roofscape“ steht für den monumentalen Charakter des ganzen Gebäudes.
Die teilweise horizontalen und teilweise geneigten Dachflächen sowie die äußere
Verkleidung in weißem Naturstein sollen Offenheit demonstrieren und verleihen
dem Opernbau einen fast dramatischen Ausdruck, der ganz im Gegensatz zur
umgebenden Bebauung steht.
Große Wandflächen dominieren
Riesige Wandflächen, gerade und gekrümmt, geben dem Opernbau überwiegend sein
Gesicht. Diese großen, zum Teil sichtbar bleibenden Wandflächen wurden von
Veidekke AS mit Material aus dem Bestand des norwegischen NOE Partners Bautas
zum größten Teil mit NOEtop Großflächen-Elementen 2,65 x 5,30 m
betoniert. Eingesetzt von einer bis in die Haarspitzen motivierten Mannschaft
erbringen diese Großelemente 2,65 m x 5,60 m mit einer Schalfläche von 14,05 m²
einen Zeitvorteil von bis zu 30 % und geben den erforderlichen „drive“, auch bei
fast winterlichen Temperaturen. Sehr zur Freude der Bauleitung. Bis zu 25 m hohe
Wandscheiben wurden dabei in Abschnitten von 5,30 m bzw. 7,50 m mit schweren
Kletterbühnen betoniert. In Spitzenzeiten kamen auf diese Weise bis zu 3.100 m²
NOEtop Rahmenschalung, davon allein bis zu 140 (!) Großflächenelemente
2,65 x 5,30 m, zum Einsatz. Für die einwandfreien Betonoberflächen ist der über
die ganze Tafelbreite durchgehende und fugenlose Schalbelag der NOEtop
mit einer Stärke von 21 mm von hinten durch den Rahmen verschraubt, weil die
Wände in den Funktionsbereichen sichtbar bleiben und nicht mehr nachbehandelt
werden. Nicht zuletzt aus diesen Gründen bestand die Baufirma Veidekke AS auf
dem überwiegenden Einsatz der NOEtop Großflächentafeln.
Im
Auditorium mit seinem anspruchsvollen Grundriss, das heißt mit ständig
veränderlichen Radien, war vor allem die Rundschalung NOE R 400 gefragt. Auch
mit dieser Schalung wurde geklettert und die Schalung je Geschoss zweimal
eingesetzt. Wegen einer Änderung der Wandstärken und weil der Grundriss im
oberen Bereich nach außen springt, wurden die Radien entsprechend umgestellt. Im
unteren Bereich waren zu-sätzlich vier rechteckige Pfeilervorlagen 75/90 in die
Rundschalung zu integrieren, was von den Norwegern mit der NOEtop
Rahmenschalung und Adapterzwingen aber lediglich als Klacks hingenommen
wurde.
Einsatzfertig und im Radius für den Ersteinsatz eingestellt, schon
gerundet also, kamen die Elemente der NOE Rundschalung R 400 auf die Baustelle.
Anhand von Lehren werden sie für die weiteren Einsätze mit neuen Radien versehen
und dann jeweils nachjustiert; zweimal waren die Radien der Rundschalung auf der
Baustelle umgestellt worden. Die Zahl der Einsätze ist dabei gar kein Thema; die
feuerverzinkten Stahlteile der NOE Rundschalung stehen für eine lange
Lebensdauer und hohe Einsatzzahlen. Auch die verschiedenen Wandhöhen bis 3,75 m
Höhe lassen sich mit dem stufenlosen Höhenversatz problemlos meistern.
Das
Ergebnis kann sich sehen lassen, im wahrsten Sinn des Wortes: Sowohl die
sichtbar bleibenden Betonflächen als auch die maßliche Genauigkeit der
Ausführung durch die Veidekke Entreprenør AS fanden nach nochmaliger genauer
Überprüfung überall Zustimmung: sowohl vom Bauherren als auch von den
Architekten, der Snøhetta AS.
Bauunternehmen:
Veidekke Entreprenør AS, eines der
größten norwegischen Bauunternehmen

Nytt Operahus in Oslo: Eine Baustelle solchen Kalibers bedarf einer
Schalung, mit der die Kosten ohne Abhängigkeit vom Grundriss im Rahmen gehalten
werden können – zum Beispiel mit der NOEtop.

Nytt Operahus in Oslo: Bis zu 25 m hohe Wandscheiben wurden in
Abschnitten von 5,30 m bzw. 7,50 m mit schweren Kletterbühnen
betoniert.

Nytt Operahus in Oslo: In Spitzenzeiten kamen bis zu 3.100 m² NOEtop
Rahmenschalung, davon allein bis zu 140 (!) Großflächenelemente 2,65 x 5,30
m, zum Einsatz.


Nytt Operahus in Oslo: Im Auditorium mit seinem anspruchsvollen
Grundriss, das heißt mit ständig veränderlichen Radien, war vor allem die
Rundschalung NOE R400 gefragt. Auch mit dieser Schalung wurde geklettert und die
Schalung je Geschoss zweimal eingesetzt.